Nicht mehr als ein Ernteschaden – gemeinfrei

Vor einiger Zeit hatte ich bereits über den Kornkreis-Unfug berichtet und auf ein Video verwiesen, in dem minutiös aufgezeigt wird, wie Kornkreise entstehen. Das hält jedoch wie in jedem Jahr nicht einmal angeblich seriöse Magazine davon ab, über solche Kornkreise zu spekulieren. Im Rahmen des zunehmend verfallenden Qualitätsjournalismus – den LeserInnen schon lange mit der Lupe suchen müssen und zumeist nicht mehr finden – schreibt etwa der derzeit sowieso schon in die Kritik geratene SPIEGEL in seinem Onlinemagazin darüber. Und das ausgerechnet auf seiner Wissenschaftsseite. Dort steht als Bildunterschrift, dass die Entstehung der Kornkreise „Rätsel“ aufgeben würden. Tja, liebe Journalisten, auch hier wäre eine zweiminütige Recherche nicht schlecht gewesen und hätte bessere Einsichten gebracht. Doch darauf hoffen wir inzwischen wohl völlig vergebens. (mehr …)

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Lichtspektrum – gemeinfrei

Manche Theologen und manche religiösen Naturwissenschaftler schreiben oder sprechen in letzter Zeit immer wieder gerne von der ergänzenden Gemeinsamkeit zwischen Wissenschaft und Religion. Zumeist sind sie dabei der Meinung, dass die Naturwissenschaft lediglich die Vorgänge in der Natur abbildet, diese also möglichst genau beschreibt und falsifiziert, während die Religionen sich in Erklärungen üben, warum das Universum überhaupt existiert und dabei den Menschen hervorgebracht hat. Insofern wird in diesem Zusammenhang gerne postuliert, dass Wissenschaft und Religion weniger von Konkurrenz als vielmehr von Kooperation geprägt sei. Denn die Naturwissenschaften können bspw. keine Erklärung dafür leisten, warum die bestehenden Naturgesetze überhaupt existieren. Das übernehmen die Religionen mit dem postulierten Wirken eines ewigen Erschaffers des Universums und dessen Plan für das biologische Leben – mit uns Menschen als „Krone der Schöpfung“. (mehr …)

Mahnung zur Demut gemeinfrei

Obwohl ich mich vor einiger Zeit schon einmal über die unsinnige und völlig überflüssige Demut ausgelassen habe bekomme ich nach wie vor „die Krise“, wenn in irgendeinem Zusammenhang von Demut oder Ehrfurcht gesprochen wird. So geschehen aktuell auf der Webseite de.richarddawkins.net, auf der mein Artikel „Ich weiss, dass es Gott gibt“ (der auch hier in meinem Blog zu finden ist) veröffentlicht wurde. Einer der Kommentatoren widersprach der in dem Artikel begründeten Ansicht über das Wissen um Gottes Nichtexistenz: “ Daher ist die Aussage “Ich weiß, dass es keinen Gott gibt” umgangssprachlich vielleicht okay, naturwissenschaftlich jedoch nicht nur falsch, sondern auch anmaßend. (…)  Zu sagen „Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt, auch wenn ich es nicht sicher wissen kann.“ ist jedoch kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Demut„(Quelle). (mehr …)

Kein Gott

Screenshot Umfrage Beniermann Uni Giessen

Am Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen hat die Doktorandin Anna Beniermann eine Umfrage zum Thema “Glaube und Evolution” online gestellt. In dieser fragt sie nach persönlichen Einstellungen in Bezug auf Religion und Evolution sowie den vorhandenen Widersprüchen zwischen beiden Themen. Ich habe mich auf diese Umfrage eingelassen (hier geht es zu der Onlineumfrage) und empfehle all meinen LeserInnen, es mir gleich zu tun. Je höher die Anzahl der Umfrageteilnehmer ist, umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse sein. Da diese mich persönlich ebenso interessieren, lasse ich mir die Ergebnisse nach der Auswertung per Email zusenden.
Im Rahmen dieser Umfrage stieß ich unter anderem auf die im Screenshot angegebene Frage, nämlich in welcher der Antworten zur Existenzaussage eines Gottes ich mich am ehesten wiederfinden würde. Nach längerem Überlegen vergab ich letztendlich den Punkt an den Satz „Ich weiss, dass es keinen Gott gibt.“ Warum, das will ich hier begründen. (mehr …)

Am 8. April, also vor drei Tagen, ist der in Bamberg geborene Schriftsteller und Religions-/Kirchenkritiker Karlheinz Deschner in einem Krankenhaus in seinem Wohnort kurz vor der Vollendung seines 90. Lebensjahres gestorben. Deschner widmete sein Leben vorwiegend kritischen Schriften zur Religion und Kirchengeschichte, ganz besonders der Kriminalgeschichte des Christentums, die unter dem gleichnamigen Titel von ihm als zehnbändiges Werk vorliegt.  (mehr …)

Vorgeschichte: Im Mai 1995 hatte das Karlsruher Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift der Bayerischen Volksschulordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt, nach der in allen bayerischen Volksschul-Klassenzimmern ein Kruzifix oder Kreuz anzubringen sei. In der daraufhin erarbeiteten Neufassung des Gesetzes im Dezember 1995 übernahm jedoch die bayerische Regierung die Vorschrift aus dem alten Gesetzestext, begründete dies mit geschichtlicher und kultureller Prägung und erweiterte das Gesetz lediglich um einen Zusatz, in dem für den „atypischen Einzelfall“ eine Konfliktlösung angeboten wurde.
Dieses konservative Festhalten der bayerischen Politik an dem religiösen Symbol sollte 1996 im Düsseldorfer Karneval mit einem Motivwagen thematisiert werden, der nach einem Entwurf des  Illustrators und Bildhauers Jacques Tilly drei Narren am Kreuz und eine Tafel mit der Aufschrift „Karneval in Bayern“ zeigen sollte.

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Religiöser Absturz
gemeinfrei

Im ersten Teil hatte ich meinen zur damaligen Zeit auch in der Gesellschaft als selbstverständlich betrachteten Einstieg in die Kirche durch die Erstkommunion beschrieben. Der zweite Teil enthält die Erinnerungen an das Aufwachsen mit zunehmenden Aktivitäten innerhalb einer äußerst aktiven und sozialen Pfarrgemeinde. Meine anschließende Entfremdung durch das Herauswachsen aus dem Jugendalter mit schlußendlichem Ausstieg aus dem Gemeindeleben ist im dritten Teil nachzulesen. Heute folgt der vierte und letzte Beitrag meiner Erinnerungen, nämlich die Suche nach Gott und der nach vielen Fragen mit kaum konkreten Antworten getroffenen Entscheidung, dass dieser gar nicht existiert.
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