Kein Gott

Screenshot Umfrage Beniermann Uni Giessen

Am Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen hat die Doktorandin Anna Beniermann eine Umfrage zum Thema “Glaube und Evolution” online gestellt. In dieser fragt sie nach persönlichen Einstellungen in Bezug auf Religion und Evolution sowie den vorhandenen Widersprüchen zwischen beiden Themen. Ich habe mich auf diese Umfrage eingelassen (hier geht es zu der Onlineumfrage) und empfehle all meinen LeserInnen, es mir gleich zu tun. Je höher die Anzahl der Umfrageteilnehmer ist, umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse sein. Da diese mich persönlich ebenso interessieren, lasse ich mir die Ergebnisse nach der Auswertung per Email zusenden.
Im Rahmen dieser Umfrage stieß ich unter anderem auf die im Screenshot angegebene Frage, nämlich in welcher der Antworten zur Existenzaussage eines Gottes ich mich am ehesten wiederfinden würde. Nach längerem Überlegen vergab ich letztendlich den Punkt an den Satz „Ich weiss, dass es keinen Gott gibt.“ Warum, das will ich hier begründen. (mehr …)

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Am 8. April, also vor drei Tagen, ist der in Bamberg geborene Schriftsteller und Religions-/Kirchenkritiker Karlheinz Deschner in einem Krankenhaus in seinem Wohnort kurz vor der Vollendung seines 90. Lebensjahres gestorben. Deschner widmete sein Leben vorwiegend kritischen Schriften zur Religion und Kirchengeschichte, ganz besonders der Kriminalgeschichte des Christentums, die unter dem gleichnamigen Titel von ihm als zehnbändiges Werk vorliegt.  (mehr …)

Vorgeschichte: Im Mai 1995 hatte das Karlsruher Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift der Bayerischen Volksschulordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt, nach der in allen bayerischen Volksschul-Klassenzimmern ein Kruzifix oder Kreuz anzubringen sei. In der daraufhin erarbeiteten Neufassung des Gesetzes im Dezember 1995 übernahm jedoch die bayerische Regierung die Vorschrift aus dem alten Gesetzestext, begründete dies mit geschichtlicher und kultureller Prägung und erweiterte das Gesetz lediglich um einen Zusatz, in dem für den „atypischen Einzelfall“ eine Konfliktlösung angeboten wurde.
Dieses konservative Festhalten der bayerischen Politik an dem religiösen Symbol sollte 1996 im Düsseldorfer Karneval mit einem Motivwagen thematisiert werden, der nach einem Entwurf des  Illustrators und Bildhauers Jacques Tilly drei Narren am Kreuz und eine Tafel mit der Aufschrift „Karneval in Bayern“ zeigen sollte.

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Religiöser Absturz
gemeinfrei

Im ersten Teil hatte ich meinen zur damaligen Zeit auch in der Gesellschaft als selbstverständlich betrachteten Einstieg in die Kirche durch die Erstkommunion beschrieben. Der zweite Teil enthält die Erinnerungen an das Aufwachsen mit zunehmenden Aktivitäten innerhalb einer äußerst aktiven und sozialen Pfarrgemeinde. Meine anschließende Entfremdung durch das Herauswachsen aus dem Jugendalter mit schlußendlichem Ausstieg aus dem Gemeindeleben ist im dritten Teil nachzulesen. Heute folgt der vierte und letzte Beitrag meiner Erinnerungen, nämlich die Suche nach Gott und der nach vielen Fragen mit kaum konkreten Antworten getroffenen Entscheidung, dass dieser gar nicht existiert.
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Kindergruppe – gemeinfrei

Nachdem ich in den letzten Beiträgen (Teil1 und Teil2) von meinem Einstieg in die katholische Kirche und dem ministrierenden und musikalischen Werdegang berichtet habe, möchte ich heute die weiteren Aktivitäten innerhalb der Pfarrgemeinde beschreiben, in der ich nahezu unbeschwert aufwuchs. Neben meiner Familie war diese Begegnungsstätte zu meinem zweiten sozialen Mittelpunkt geworden. Dennoch kehrte ich ihr nach einigen Jahren den Rücken. (mehr …)

Ministrant – gemeinfrei

Im ersten Teil  hatte ich meinen damals zumeist üblichen und unhinterfragten Einstieg in die katholische Kirche bis zu meiner Erstkommunion beschrieben. Dieser Einstieg galt damals auch in den Großstädten nicht nur kirchlich, sondern auch gesellschaftlich als pure Selbstverständlichkeit. Im letzten Artikel hatte ich demzufolge noch vergessen zu erwähnen, dass völlig unbemerkt von meiner Familie und mir die Hausbewohner (immerhin wohnten dort elf Familien) gemeinsam während der kirchlichen Erstkommunionfeier den Hausflur mit festlichen Papiergirlanden, Blumen und einem Kreuz aus Kerzen geschmückt hatten, so dass wir bei der Rückkehr von der Kirche völlig überrascht und erstaunt waren. Auch daran konnte man sehen, dass kirchliche Rituale gesellschaftlich tief verwurzelt waren und immer noch sind. (mehr …)

Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog meinen Austritt aus der katholischen Kirche beschrieben. Diesen Schritt hätte ich sicher nicht vollzogen, wenn es auch nur einen einzigen Grund zum weiteren Verweilen in der christlichen Gemeinschaft gegeben hätte. Zu solchen Verweilensgründen gehört für mich nicht nur der Glaube an einen Gott oder an ein Leben nach dem Tod. Auch andere Begebenheiten können durchaus als Grund angesehen werden, Mitglied der Kirche zu bleiben. Dazu zählen etwa familiäre Gründe oder Aktivitäten in christlichen Gruppen. Meiner Ansicht nach kann und sollte jeder auch als innerlicher Apostat dann Mitglied bleiben, wenn dieser sich innerhalb einer Pfarrgemeinde sozial geborgen oder wohl fühlt. Auch dann, wenn der- oder diejenige nicht an einen Gott glaubt. Ein Austritt würde in einem solchem Fall womöglich eher mehr persönlichen sozialen Schaden anrichten als an eigener Freiheit gewonnen wäre. (mehr …)