Seit einigen Jahren wird alljährlich das Goldene Brett vorm Kopf für den größten anzunehmenden pseudowissenschaftlichen Unsinn von der österreichischen Gesellschaft für kritisches Denken (GkD) verliehen. Die GkD ist eine regionale Wiener Skeptikergruppe der GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. In diesem Jahr sind die gemeldeten Anwärter für die verdienten Negativ-Ehrungen, die am 26. November humoristisch und feierlich „gnadenlos“ zum vierten Mal in der Urania Wien verliehen werden sollen, besonders zahlreich. (mehr …)

Nicht mehr als ein Ernteschaden – gemeinfrei

Vor einiger Zeit hatte ich bereits über den Kornkreis-Unfug berichtet und auf ein Video verwiesen, in dem minutiös aufgezeigt wird, wie Kornkreise entstehen. Das hält jedoch wie in jedem Jahr nicht einmal angeblich seriöse Magazine davon ab, über solche Kornkreise zu spekulieren. Im Rahmen des zunehmend verfallenden Qualitätsjournalismus – den LeserInnen schon lange mit der Lupe suchen müssen und zumeist nicht mehr finden – schreibt etwa der derzeit sowieso schon in die Kritik geratene SPIEGEL in seinem Onlinemagazin darüber. Und das ausgerechnet auf seiner Wissenschaftsseite. Dort steht als Bildunterschrift, dass die Entstehung der Kornkreise „Rätsel“ aufgeben würden. Tja, liebe Journalisten, auch hier wäre eine zweiminütige Recherche nicht schlecht gewesen und hätte bessere Einsichten gebracht. Doch darauf hoffen wir inzwischen wohl völlig vergebens. (mehr …)

Von unseren Universitäten, dem Hort wissenschaftlicher Kompetenz – zumindest glaube ich, dass sie das noch sind, also zumindest so halbwegs –  sind wir ja inzwischen einiges  an quacksalberischen Inhalten gewohnt. Nachzulesen ist das nach wie vor in der Liste des Skeptikerportals Psiram, in der die von pseudowissenschaftlichem Unsinn unterwanderten Hochschulen alphabetisch aufgeführt sind. Neuerdings jedoch wollen wohl auch Naturkundemuseen in dieser Hinsicht gleichziehen und öffnen ihre Pforten für den Bereich des kruden Blödsinns. Vielleicht auch deshalb, um die vermutlich schwächelnden Besucherzahlen in solchen Einrichtungen zu steigern. Insofern scheint sich auch hier die zunehmende Integration pseudowissenschaftlicher Themen jeglicher Art zu lohnen, um BesucherInnen in die Museen zu führen – und damit gleichzeitig hinters Licht. (mehr …)

Für Torsten Albig, Ministerpräsident in Schleswig Holstein und Mitglied der SPD, ist eine Verfassung ohne Gottesbezug „undenkbar“. Jedenfalls schreibt das evangelisch.de in seiner aktuellen Rubrik. Das Land Schleswig-Holstein bräuchte nach Ansicht von Albig „eine Verfassung, die zu diesem Glaubens- und Wertegerüst passt“ (Quelle). Er bezieht sich dabei auf statistische Daten, nach denen rund 60% der schleswig-holsteinischen Bevölkerung noch Mitglied in einer christlichen Religionsgemeinschaft sein sollen. (mehr …)

Kein Gott

Screenshot Umfrage Beniermann Uni Giessen

Am Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen hat die Doktorandin Anna Beniermann eine Umfrage zum Thema “Glaube und Evolution” online gestellt. In dieser fragt sie nach persönlichen Einstellungen in Bezug auf Religion und Evolution sowie den vorhandenen Widersprüchen zwischen beiden Themen. Ich habe mich auf diese Umfrage eingelassen (hier geht es zu der Onlineumfrage) und empfehle all meinen LeserInnen, es mir gleich zu tun. Je höher die Anzahl der Umfrageteilnehmer ist, umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse sein. Da diese mich persönlich ebenso interessieren, lasse ich mir die Ergebnisse nach der Auswertung per Email zusenden.
Im Rahmen dieser Umfrage stieß ich unter anderem auf die im Screenshot angegebene Frage, nämlich in welcher der Antworten zur Existenzaussage eines Gottes ich mich am ehesten wiederfinden würde. Nach längerem Überlegen vergab ich letztendlich den Punkt an den Satz „Ich weiss, dass es keinen Gott gibt.“ Warum, das will ich hier begründen. (mehr …)

In einigen Diskussionen wird mir manchmal von Gesprächsteilnehmern ein Buch passend  zu dem geführten Gesprächsthema empfohlen oder pauschal auf den Inhalt eines solchen Buches verwiesen. Das geschieht vor allem dann, wenn ich mich über ein bestimmtes Thema mit jemanden kritisch auseinander setze und aufgrund meiner Vorliebe für eine möglichst rationale und wissenschaftsorientierte Argumentation mal wieder nicht zu überzeugen bin. Im Normalfall sind Bücher ja dann eine feine Sache, wenn in eigenen Denkstrukturen Wissenslücken vorhanden sind, von denen ich mich genausowenig wie jeder andere freisprechen kann. Oft werden jedoch Bücherempfehlungen oder Inhaltsverweise gerade bei esoterischen, homöopathischen oder anderen quacksalberischen Themen ausgesprochen, manchmal auch bei dem Thema Nahtoderfahrung und seit meinem Kirchenaustritt vermehrt bei Gesprächen über theologische Inhalte. Gerade bei letzterem werden mir in letzter Zeit eine Reihe von Büchern nicht nur empfohlen, sondern gar noch verbunden mit der Prophezeiung einer ganz sicher zu erwartenden tiefen Erkenntnis und der eindrücklichen Bitte, sie deshalb auch unbedingt zu lesen, von dem entsprechenden Gesprächspartner persönlich übergeben. (mehr …)

Manchmal gibt es Meldungen, auf die ich nicht mehr mit differenzierter und sachlicher Kritik antworten will, sondern gerne mit ein paar deftigen Worten auf die Meldungsverursacher (nicht auf den Meldungsübermittler!) haue. Zumal zu dem Thema schon alles gesagt ist, wie an dem Anhang am Ende des Artikels unter „Siehe auch“ abgelesen werden kann. Doch worum geht es diesmal?
Es geht mal wieder um die ideologisch verblendete rot-grüne, oder sagen wir besser grünideologisch-rotschläfrige Koalition in der niedersächsischen Landesregierung, ein Hort gentechnologiefeindlicher Spießbürger, die im letzten Jahr nach gewonnener Wahl nichts eiligeres zu tun hatten als das mit Preisen ausgezeichnete HannoverGen-Labor zu schließen. Sozusagen als erste Amtshandlung. Und dringend. Schliesslich bestand die Gefahr, dass die neugierigen Schüler wissenschaftlich über Gentechnologie viel zu viel erfahren und somit den genideologischen Bildungsdurchschnitt der neugewählten Landesregierung überholen könnten. (mehr …)