Seit einigen Jahren wird alljährlich das Goldene Brett vorm Kopf für den größten anzunehmenden pseudowissenschaftlichen Unsinn von der österreichischen Gesellschaft für kritisches Denken (GkD) verliehen. Die GkD ist eine regionale Wiener Skeptikergruppe der GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. In diesem Jahr sind die gemeldeten Anwärter für die verdienten Negativ-Ehrungen, die am 26. November humoristisch und feierlich „gnadenlos“ zum vierten Mal in der Urania Wien verliehen werden sollen, besonders zahlreich.

Bis zum 14. November müssen die Nominierungen bei den Veranstaltern des Goldenen Bretts eingegangen sein. Danach wird eine Jury nach entsprechend formulierten Kriterien die schlimmsten pseudowissenschaftlichen Abwegigkeiten vorschlagen und deren Vertreter zu der Veranstaltung am 26. November in die Urania Wien einladen. Namhafte SkeptikerInnen werden als Laudatoren den pseudo- und parawissenschaftlicher Nonsens humoristisch verarbeiten, begleitet vom österreichischen Kabarettisten Florian Scheuba. Der Preissieger – von der GWUP intern bestimmt – wird anschließend von den Veranstaltern mit der Verleihung des „Goldenen Bretts vorm Kopf“ öffentlich „geehrt“.

Erfreulicherweise wurde auch aufgrund einer meiner Artikel „Naturkundemuseum goes Quacksalberei“ das Naturkundemuseum Ostbayern bzw. der Träger „Naturwissenschaftlicher Verein Regensburg e.V.“ für das „Goldene Brett vorm Kopf“ nominiert, da in den Räumen des Museums eine “Sonderausstellung” über Aurafotografie unter dem Titel “Energiebilder und ihre Interpretation” stattfand. Und zwar von einem Physiotherapeut initiiert, der die im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit angefertigten Aurafotografien in dem Naturkundemuseum ausgestellt hatte und diese Form der vermeintlichen Diagnose “aus der esoterischen Ecke” holen wollte (Quelle).

Auch andere hier im Blog bereits erwähnten Personen wurden nominiert, etwa die nordrhein-westfälische Quacksalberministerin Gesundheitsministerin Barbara Steffens, auch esoterische Barbara genannt. Ihre Vorliebe für pseudowissenschaftlichen Schwachsinn im Gesundheitswesen hat ihr nicht nur einen entsprechenden Eintrag in Wikipedia gebracht, sondern auch den massiven Widerstand der NRW-Hochschulverbände, die ihr offen Quacksalberei vorwerfen. Steffens wurde in der kurzen Zeit auf der Webseite des „Goldenen Bretts“ bereits dreimal nominiert.

Alles in allem verspricht es eine spannende Veranstaltung in Wien zu werden. Wer also noch entsprechende Vertreter quacksalberische und pseudowissenschaftliche Auswüchse vorschlagen möchte, kann diese auf der Webseite des „Goldenen Bretts“ unter Nominierungen einreichen.