Radarfalle – gemeinfrei

Gestern fand ja wieder einmal bundesweit ein 24stündiger Blitzmarathon statt. In einem Artikel auf SpOn wurden demzufolge allerlei Tipps gegeben, wie man unbeschadet bzw. unbestraft durch den verkehrsreichen Tag gelangt. Da ist von vorbereitenden Maßnahmen die Rede, bei der man sich die Plakate in Form von Todesanzeigen aus der „Runter vom Gas“-Kampagne des Deutschen Verkehrssicherheitsrats anschauen soll. Keine schlechte Idee. Etwas merkwürdiger dagegen empfand ich die diversen Tipps einer Yoga-Lehrerin, um die während des Fahrens angestauten Aggressionen abzubauen, an denen natürlich immer nur die anderen Autofahrer schuld sind. Mit Hilfe diverser Übungen nach akuten Stress-Situationen soll der genervte Autofahrer zeitnah so richtig Dampf ablassen, und zwar ohne das Auto dazu zu benutzen. Gleichwohl ist die im Artikel beschriebene Yogaübung „Der Löwe“, bei der die Zunge herausgestreckt und gleichzeitig nach oben in die Richtung des Rückspiegels geschielt wird (und dabei auch noch geschrien wird), letztendlich doch eher dazu geeignet, sich versehentlich eine Anzeige der Hinterfrau oder des Hintermannes wegen Beleidigung einzuhandeln.

Wäre ich der Hintermann, hätte er/sie nichts dergleichen zu befürchten. Allerdings würde ich ob des merkwürdigen Verhaltens sicher umgehend meinen Abstand auf mindestens doppelte Tachoanzeige in Metern vergrößern. Sicher ist sicher. Schließlich weiss man ja nie, wie unberechenbar grimassenschneidende, schreiende und schielende AutofahrerInnen während der Fahrt sein können.

Allerdings finde ich die ganzen Tipps ja irgendwie überflüssig, zumal ich seinerzeit ein absolut unfehlbares und sicheres Mittel gegen Radarfallen entwickelt habe. Das war noch zu der Zeit in Düsseldorf, als gefühlt hinter jeder Straßenecke plötzlich ein freundlich winkender Polizist auf die Fahrbahn sprang und 10DM von mir haben wollte. Das ganze mit der Begründung, ich hätte mit meinem Käfer gerade die Meßgrenze von 58km/h knapp überschritten.  Da nütze es auch nicht zu behaupten, dass so´n Käfer gar nicht so schnell sein kann oder ich gerade nervöse Zuckungen im rechten Fuss hatte. Nachdem dann bei einer anderen Kontrolle einer der Polizeibeamten der Ansicht war, wir hätten uns doch letzte Woche erst gesehen und eigentlich müsste er mir jetzt 20DM abnehmen wegen vermutlicher Wiederholungstäterei, da musste ich heftig verneinen. Niemals, auf keinen Fall sind wir uns je begegnet, und außerdem war ich letzte Woche gar nicht in der Stadt und überhaupt und so. Er beließ es dann grinsend bei den 10DM, schob noch eine mündliche Verwarnung nach (die mir seltsam vertraut klang) und meinte, also beim nächsten Mal, ja, dann Oioioi!!!
Ach, hatte ich übrigens schon erwähnt, dass ich  die Düsseldorfer Polizisten mochte? Irgendwie waren die meistens cool drauf, jedenfalls in meiner Käferzeit. Da ich aber dennoch nicht, auch nicht bei aller polizeilicher Freundlichkeit, wissen wollte, was dieses „Oioioi“ zu bedeuten hat, entwickelte ich einen teuflischen Plan, nämlich das unfehlbare Mittel gegen Radarfallen. Kein Polizist hat mich seither mehr wegen zu schnellen Fahrens angehalten, keine Radarfalle mich erwischt. Es funktioniert bis heute absolut zuverlässig und hat mich auch gestern völlig straf- und sorgenfrei an all den Kontrollstellen vorbei fahren lassen.

Wer jetzt wissen will, mit welchem unfehlbaren Mittel das zu bewerkstelligen ist, der folge dem geheimnisvollen Strich nach unten.

Vorschriftsmäßig fahren😉

Kaefer2_1980Bild: Nesselsetzer CC BY-NC-SA 4.0