Schavanisten

Schavanisten – gemeinfrei

Wer bisher gehofft hat, dass mit der vom Bundeskabinett gegen den Willen des Auswärtigen Amtes beschlossenen Entsendung der studienabschlusslosen und entdokterten Annette Schavan auf das christlich-politische und pfründeversorgende Abstellgleis auf den deutschen Botschafterposten im Vatikan Ruhe um die Hintergründe des Doktorentzugs eingekehrt ist, wird nun heftig enttäuscht werden. Unter dem Titel: „+++ EILT: #schavangate +++“ hat Simone G., Autorin des Blogs Causa Schavan, eine Reihe von Hintergrundberichten angekündigt. Diese speisen sich aus dem ihr nun vorliegenden „umfangreichen internen Material“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf über die massiven Versuche der Einflussnahme durch verschiedene Personen aus Politik und Wissenschaft während des Verfahrens um Schavans Dissertation.

Gleichzeitig wurde bereits die erste Folge unter dem Titel „Das Schavan-Dossier der Uni Düsseldorf – #schavangate (1)“ veröffentlicht. Dort beschreibt die Autorin auch die Quelle des internen Materials.

Es handelt sich bei diesen Unterlagen um einen “Abschlussbericht” des Dekans Bruno Bleckmann an den Senat der Universität.“ (Quelle).

In dem Artikel ist bereits eine Seite des Dossiers abgebildet, weitere dürften folgen. Die Vermutung liegt nahe, dass Bleckmanns 24seitige und mit 49 Dokumenten bestückte Dossier keine Kleinigkeit ist und möglicherweise das „Selbstverständnis von Wissenschaftlern“ erschüttert, wie Erbloggtes in einem begleitenden Artikel spekuliert. Denn in der Einleitung auf Causa Schavan sind deutliche Worte zu lesen:

Die Aktionen, durch die Annette Schavan vor dem Verlust ihres Doktorgrades bewahrt und so im Amt gehalten werden sollte: Sie waren ein abgekartetes Spiel. Dabei wurde nach Kräften getrickst, gelogen und Druck ausgeübt – für nichts waren sich die Granden der Wissenschaft zu fein. Die Ministerin selbst hat versucht, direkt in das Verfahren der Universität einzugreifen. Ihre Seilschaften wollten sogar auf das Verfahren des Verwaltungsgerichts einwirken.(Quelle)

Wir dürfen gespannt sein, welche Erkenntnisse uns das Dossier und die Dokumente liefern. Zumindest aber dürfte die Veröffentlichung des Schriftwerks auf das Selbstverständnis der Uni Düsseldorf hinweisen, trotz aller Drohungen und Druckausübungen sich auch zukünftig nicht von Seilschaften politischer oder wissenschaftlicher Funktionärseliten beeindrucken zu lassen. Bekräftigt wird dies auch durch die Verleihung der Universitätsmedaille in Düsseldorf an den Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Bruno Bleckmann, sowie an den ehemaligen Prodekan und Dissertationsgutachter, Prof. Dr. Stefan Rohrbacher durch den Noch-Rektor Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper, der

„…damit „ihre beispielhafte akademische Zivilcourage (ehrte), da sie die Freiheit zur Kritik fehlerhafter wissenschaftlicher Arbeiten in einem Fall großer öffentlicher Einflussnahme mutig verteidigt haben.“ (Quelle)

Bei dem in der Pressemitteilung der Uni enthaltenen Bild über die Verleihung der Medaillen stehen nach Ansicht von Erbloggtes „die Gesichtsausdrücke der Interpretation offen.„(Quelle). Insofern werden durch die Veröffentlichung des Dossiers einige klärende Worte erwartet, die nicht jedem gefallen werden. Oder um es mit den Worten des Star-Trek-Captains James T. Kirk zu sagen: „Das wird sicher ein Spaß!“

Weiterführende Links:
Erbloggtes – Was bringt das #schavangate ans Licht?
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – Examensfeier
Causa Schavan – +++ EILT: #schavangate +++
Causa Schavan – Das Schavan-Dossier der Uni Düsseldorf – #schavangate (1)
Updates:
16.07.2014: Causa Schavan – Das Schavan-Dossier: Die Ministerin – #schavangate (2)