Manchmal gibt es Meldungen, auf die ich nicht mehr mit differenzierter und sachlicher Kritik antworten will, sondern gerne mit ein paar deftigen Worten auf die Meldungsverursacher (nicht auf den Meldungsübermittler!) haue. Zumal zu dem Thema schon alles gesagt ist, wie an dem Anhang am Ende des Artikels unter „Siehe auch“ abgelesen werden kann. Doch worum geht es diesmal?
Es geht mal wieder um die ideologisch verblendete rot-grüne, oder sagen wir besser grünideologisch-rotschläfrige Koalition in der niedersächsischen Landesregierung, ein Hort gentechnologiefeindlicher Spießbürger, die im letzten Jahr nach gewonnener Wahl nichts eiligeres zu tun hatten als das mit Preisen ausgezeichnete HannoverGen-Labor zu schließen. Sozusagen als erste Amtshandlung. Und dringend. Schliesslich bestand die Gefahr, dass die neugierigen Schüler wissenschaftlich über Gentechnologie viel zu viel erfahren und somit den genideologischen Bildungsdurchschnitt der neugewählten Landesregierung überholen könnten.

Denn schliesslich hatten die Grünen bis dato gemeinsam mit Greenpeace in ihrer gemeinschaftlich gewachsenen ideologischen Einfältigkeit an einer den wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechenden Genideologie gestrickt, in der Gentechnologie ohne Ausnahme ganz böse ist. Und überhaupt! Mit der Einrichtung des HannoverGen-Labors durch die vorherige Landesregierung waren sie nun der immensen Gefahr ausgesetzt, dass diese wissbegierigen SchülerInnen als zukünftiges und lästiges Wahlvolk auf die Idee kommen könnten, dem minderbemittelten Erkenntnisstand der Grünen in Sachen Gentechnologie die Meinung zu geigen. Deshalb sollten die Schüler so schnell wie möglich nichts mehr darüber erfahren und einfach die Klappe halten. Diese vorwiegend von den Grünen favorisierte Politik wird schon länger in mehreren Bundesländern forciert angegangen. Sie mündet in der totalen Verweigerungshaltung gegenüber der Gentechnik, die tatsächlich durch nichts zu begründen ist und lediglich dem falschen Verständnis von Natur und Natürlichkeit sowie einem ausführlichen Panikschieben in der Gesellschaft dient. Doch das hat die Gentechnologie in Deutschland, und was viel schlimmer ist auch die deutsche Genforschung, inzwischen auf den absoluten Tiefstand geführt.

Nun jedoch soll das HannoverGen-Labor wieder eröffnet werden. Was zuerst nach einer erfreulichen Nachricht aus der niedersächsischen Landesregierung klingt und man sich zuerst erstaunt die Augen reibt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als lachhaftes Parteienmachwerk stalinistisch-ideologischer Gesinnungstäter. Der Lehrstoff für HannoverGen ist nämlich nun ganz im Sinne der rotgrünen Landesregierung ideologisch gesäubert, das Lehrmaterial über grüne Gentechnik bleibt aussen vor. Insofern schreibt der Biologe Martin Ballaschk in seinem Artikel auf SciLogs zu dem Thema treffend: „Man versucht also, ganz fest die Augen zu schließen, und sich zu wünschen, dass es gar keine grüne Gentechnik gebe. Dass weltweit auf großen Flächen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, soll wohl ignoriert werden.„(Quelle)

Genau in diesem Sinne handeln die Grünen, und mit ihnen die grünspeichelleckenden und profillosen sozialdemokratischen Politiker. Ganz im Sinne kommunistisch-ideologischer Vorgaben („wenn die Theorie nicht zur Praxis passt, umso schlimmer für die Praxis!„) verändern sie die Bildung in ihrem Sinne, und diese Veränderungen sind keineswegs mehr demokratisch begründbar, weil sie damit völlig bewusst und gezielt die bildungspolitische Neutralität verletzen. Solche Politiker handeln in diesem Sinne genauso wie ein altbekanntes kommunistisches Regime. Sie wünschen keine neutrale Bildung, bei denen sich der Schüler selbst ein Bild machen kann.

Insofern sind solche Politiker eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz, denn das Aussperren von Teilen der Bildung widerspricht dem verfassungsrechtlich garantierten Zugang zu Bildung und Bildungsinhalten. Martin Ballaschk: „Für eine demokratische Meinungsbildung in der Bevölkerung benötigt man Bildung und informierte Bürger/innen. Informationen ganz nach Fahrenheit-451-Manier aus den Büchern zu tilgen, ist wohl kaum der richtige Weg„. Zumal die Projektleiterin des neu zu eröffnenden Schülerlabors vor allem darin auch praktische Probleme sieht, dass „Gentechnik in der Landwirtschaft und ihre ethische Bewertung (…) weiter zum Lehrplan“ gehören (Quelle).
Doch so wie ich die grenzenlose grüne Verblödung Verblendung kenne, werden sie in Niedersachsen auch dafür schnellstens eine Lösung finden. Etwa könnten sie sich an den neuen Baden-Württembergischen Lehrplan orientieren, in dem naturwissenschaftliche Fächer unter „Naturphänomene“ zusammengefasst werden sollen – ganz ohne Gentechnologie. Frei nach dem ideologischen Motto, wie man die lästigen rechthaberischen Naturwissenschaften überhaupt und im Besonderen ihre verdammte Gentechnologie los wird.

Ballaschk resümiert am Ende seines Artikels demzufolge sarkastisch: „Bildungspolitik an den Bedürfnissen und Vorgaben vorbei – das ist genau das, was wir brauchen“ (Quelle). Genau das ist aber seit Jahren die Politik der Grünen und inzwischen auch so mancher rotgrünen Koalition. Die Gen-Stalinisten und Stalins Lyssenko lassen grüßen.

Siehe auch:
Martin Ballaschk – Schülerlabor HannoverGEN wird neu aufgelegt
Zu viel Wissen schadet den Schülern!
Niedersachsen muss bildungsfrei werden
Grüne Gen-Stalinisten
Michael Specter: Die Gefahr (und die Gefahren) der Wissenschafts-Leugnung
Dringend kritisches Denken in Schulen fördern!
Lange grüne Gesichter
Die Dummheit der Wissenschaftsignoranz
Wie wissenschaftlicher Fortschritt zum Erliegen gebracht und nachhaltig zerstört wird