März 2014


„Normgebende“ Ehe gemeinfrei

Es gibt Aussagen, die kann ich inzwischen nicht mehr hören oder lesen. Neben Sätzen mit dem Namen „Tebartz van Elst“ bekomme ich derzeit ebenso rote Flecken im Gesicht und zudem leichte Würgegefühle, wenn jemand wieder einmal von einem sogenannten christlichen Menschenbild in Verbindung mit der „Einzigartigkeit der Ehe von Mann und Frau“ spricht. Derzeit macht das vor allem im Bundesland Baden-Württemberg die Runde, in dem der Pietismus noch zu den vorherrschenden Heils-Egoismen gehört(1) und derzeit einen Windmühlenkampf gegen eine angebliche „Ideologie des Gender Mainstreaming“(2) kämpft. (mehr …)

Vorgeschichte: Im Mai 1995 hatte das Karlsruher Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift der Bayerischen Volksschulordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt, nach der in allen bayerischen Volksschul-Klassenzimmern ein Kruzifix oder Kreuz anzubringen sei. In der daraufhin erarbeiteten Neufassung des Gesetzes im Dezember 1995 übernahm jedoch die bayerische Regierung die Vorschrift aus dem alten Gesetzestext, begründete dies mit geschichtlicher und kultureller Prägung und erweiterte das Gesetz lediglich um einen Zusatz, in dem für den „atypischen Einzelfall“ eine Konfliktlösung angeboten wurde.
Dieses konservative Festhalten der bayerischen Politik an dem religiösen Symbol sollte 1996 im Düsseldorfer Karneval mit einem Motivwagen thematisiert werden, der nach einem Entwurf des  Illustrators und Bildhauers Jacques Tilly drei Narren am Kreuz und eine Tafel mit der Aufschrift „Karneval in Bayern“ zeigen sollte.

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Diesen Kinderuni-Beitrag von Prof. Sabine Jeschke unter dem Dach der RWTH-Aachen sehe ich in diesem Fall insofern als Glücksfall an, da die in Schweden geborene Dozentin mit ihrem Studium an der Technischen Universität Berlin in den Fächern Mathematik, Physik und Informatik zu den viel zu wenigen weiblichen Koryphäen in den bisher eher von Männern dominierten Disziplinen gehört. Jeschke ist Professorin und Direktorin des Institutsclusters IMA/ZLW & IfU, Fakultät für Maschinenwesen an der RWTH Aachen (mehr Informationen zur Person finden sich auf Wikipedia). Deshalb verstehe ich diesen Blogbeitrag nicht nur als Animation für Eltern und Kinder zum Anschauen der spannenden Vorlesung über Roboter, sondern vor allem auch als Anstoß für Kinder und Jugendliche weiblichen Geschlechts, sich für diese Fachgebiete zu begeistern und einen solchen Studienweg einzuschlagen. (mehr …)

Religiöser Absturz
gemeinfrei

Im ersten Teil hatte ich meinen zur damaligen Zeit auch in der Gesellschaft als selbstverständlich betrachteten Einstieg in die Kirche durch die Erstkommunion beschrieben. Der zweite Teil enthält die Erinnerungen an das Aufwachsen mit zunehmenden Aktivitäten innerhalb einer äußerst aktiven und sozialen Pfarrgemeinde. Meine anschließende Entfremdung durch das Herauswachsen aus dem Jugendalter mit schlußendlichem Ausstieg aus dem Gemeindeleben ist im dritten Teil nachzulesen. Heute folgt der vierte und letzte Beitrag meiner Erinnerungen, nämlich die Suche nach Gott und der nach vielen Fragen mit kaum konkreten Antworten getroffenen Entscheidung, dass dieser gar nicht existiert.
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Kindergruppe – gemeinfrei

Nachdem ich in den letzten Beiträgen (Teil1 und Teil2) von meinem Einstieg in die katholische Kirche und dem ministrierenden und musikalischen Werdegang berichtet habe, möchte ich heute die weiteren Aktivitäten innerhalb der Pfarrgemeinde beschreiben, in der ich nahezu unbeschwert aufwuchs. Neben meiner Familie war diese Begegnungsstätte zu meinem zweiten sozialen Mittelpunkt geworden. Dennoch kehrte ich ihr nach einigen Jahren den Rücken. (mehr …)

Ministrant – gemeinfrei

Im ersten Teil  hatte ich meinen damals zumeist üblichen und unhinterfragten Einstieg in die katholische Kirche bis zu meiner Erstkommunion beschrieben. Dieser Einstieg galt damals auch in den Großstädten nicht nur kirchlich, sondern auch gesellschaftlich als pure Selbstverständlichkeit. Im letzten Artikel hatte ich demzufolge noch vergessen zu erwähnen, dass völlig unbemerkt von meiner Familie und mir die Hausbewohner (immerhin wohnten dort elf Familien) gemeinsam während der kirchlichen Erstkommunionfeier den Hausflur mit festlichen Papiergirlanden, Blumen und einem Kreuz aus Kerzen geschmückt hatten, so dass wir bei der Rückkehr von der Kirche völlig überrascht und erstaunt waren. Auch daran konnte man sehen, dass kirchliche Rituale gesellschaftlich tief verwurzelt waren und immer noch sind. (mehr …)

Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog meinen Austritt aus der katholischen Kirche beschrieben. Diesen Schritt hätte ich sicher nicht vollzogen, wenn es auch nur einen einzigen Grund zum weiteren Verweilen in der christlichen Gemeinschaft gegeben hätte. Zu solchen Verweilensgründen gehört für mich nicht nur der Glaube an einen Gott oder an ein Leben nach dem Tod. Auch andere Begebenheiten können durchaus als Grund angesehen werden, Mitglied der Kirche zu bleiben. Dazu zählen etwa familiäre Gründe oder Aktivitäten in christlichen Gruppen. Meiner Ansicht nach kann und sollte jeder auch als innerlicher Apostat dann Mitglied bleiben, wenn dieser sich innerhalb einer Pfarrgemeinde sozial geborgen oder wohl fühlt. Auch dann, wenn der- oder diejenige nicht an einen Gott glaubt. Ein Austritt würde in einem solchem Fall womöglich eher mehr persönlichen sozialen Schaden anrichten als an eigener Freiheit gewonnen wäre. (mehr …)