Bilder tabu,  gemeinfrei

Vor ein paar Wochen gab es ein Gerichtsurteil des Landgerichts Köln (Urteil vom 30.01.2014, Az.: 14 O 427/13) über die Verwendung von Pixelio-Bildern im eigenen Blog, bei dem auch in der gesonderten Ansicht, die über die rechte Maustaste und dem Feld „Grafik anzeigen“ aufgerufen werden kann, der Urhebername inklusive der Lizenz sichtbar sein muss. Insofern wird verlangt, dass Name und Lizenz in das Bild eingetragen werden, was jedoch einige Probleme bei urheberrechtlich geschützten Werken aufwirft, die nicht geändert werden dürfen. Unbeantwortet bleibt dabei die Kuriosität, wie denn Bilder gekennzeichnet werden sollen, wenn diese wie bei mir üblich per URL eingebettet wurden und der Nutzer überhaupt keinen Zugriff auf die gesonderte Darstellung des Bildes unter der fremden Webadresse hat (beim obigen Bild verweist auch „Grafik anzeigen“ auf eine fremde Adresse, in diesem Falle nach http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e4/Dontdrink.JPG

Es steht jedoch zu befürchten, dass von dem Kölner Urteil nicht nur Pixelio-Bilder betroffen sind, sondern auch alle verfügbaren Bilder mit einer Creative Commons Lizenzierung. Das gilt auch ganz besonders für die von mir häufig genutzte Datenbank von Wikimedia. Insofern habe ich inzwischen fast alle nichtgemeinfreien Bilder (außer meine eigenen) aus dem Blog herausgenommen. Es tut mir in dieser Hinsicht leid um die vielen innovativen FotografInnen, deren künstlerische Ideen wert gewesen wären, weiter verbreitet zu werden. Jedoch ist der Gesetzgeber schon seit längerem nicht mehr in der Lage, eindeutig gefasste Urhebergesetze zu erstellen und überläßt seit geraumer Zeit die Genauigkeit den Gerichten. Im Gegenzug zu dieser Rechtsprechung habe ich die Flucht nach vorne ergriffen und konsequenterweise fast alle meine eigenen Bilder trotz der Creative Commons Lizenzierung von den Einschränkungen befreit. Näheres ist hierzu unter About nachzulesen.

Doch nun gibt es möglicherweise wieder eine neue auf die BloggerInnen zukommende Einschränkung. Kurze Zeit nach dem Urteil wartete nämlich die GEMA mit einer neuen Idee auf, nämlich bei den BloggerInnen beim Einbetten eines Videos in das eigene Blog eine Urheberrechtsabgabe zu kassieren. Neben den bisher zu erstattenden Abgaben von Video-Plattformen über Festplatten- und weiteren Datenträgerverkäufen sollen nun auch noch die BloggerInnen zur Kasse gebeten werden, wenn diese ein Video in ihr Blog einbetten. Gegen dieses Ansinnen der Verwertungsgesellschaften kann und sollte eine Petition unterzeichnet werden, die der Gaming-Blog-Betreiber Michael Fuchs aus Passau initiiert hat und bereits innerhalb kürzester Zeit rd. 51.700 Unterzeichner aufweisen kann (Stand vom 25.02.2014).

Hier geht es zur Petition.

Sollten sich dennoch die Verwertungsgesellschaften mit ihrem Ansinnen durchsetzen, dürfte in jedem Fall klar sein, dass die meisten BloggerInnen zu einer Entrichtung einer solchen Abgabe nicht bereit wären und auf die Einbettung gänzlich verzichten. Demzufolge würden sie lediglich einen Link setzen, bei dem inzwischen der Europäische Gerichtshof ziemlich deutlich festgestellt hat,  dass eine“Verlinkung auf frei zugängliche Internetinhalte (…) nach Ansicht des EuGH keine Handlung der öffentlichen Wiedergabe im Sinne der Infosoc-Richtlinie und damit keine Urheberrechtsverletzung“ darstellt (Quelle).

Einzelheiten zu den beiden beschriebenen Fällen können im Internet-Law-Blog bei Thomas Stadler nachgelesen werden (dem auf diesem Weg für seine ausgezeichneten und informativen Beiträge herzlich gedankt sei).

Auch ich werde, genauso wie ich inzwischen auf die URL-Einbettung von lizenzierten Fotografien verzichte, die Einbettung von Videos dann unterlassen. Das ist insofern schade um die innovativen Menschen, die viele ausgezeichnete Foto- und Videokunstwerke geschaffen haben und deren Verbreitung aus Gründen gesetzlicher Unsicherheiten und wirtschaftlicher Raffgier zukünftig vermehrt ein in der Masse untergehendes Schattendasein fristen werden. Wie schade, aber ich sehe nicht ein, dass ich für ein kostenloses Blog ohne Verdienste auch noch Geld bezahlen soll. Nee Leute, mache ich nicht. Deshalb hier nochmal

die Petition

(mit Dank an Leser H. für den Hinweis)