Vor einiger Zeit hatte ich in einem Artikel mit dem Titel „Für fünf Pfennig Anstand bewahren“ darüber geschrieben, dass hin und wieder verdiente Menschen plötzlich aus irgend einem Grund aus der Rolle fallen, obwohl sie bis dato ein einigermaßen annehmbares bis einwandfreies Verhalten an den Tag gelegt haben. Mit einem solchen plötzlich Ausfall an Anstand jedoch schmälern sie ihre Reputation und somit ihr Lebenswerk. Auch wenn das Lebenswerk selbst keinen allzugroßen Schaden nimmt, so wird doch das Ansehen des Gesamtkomplexes alleine durch die Verbindung zum Urheber geschmälert. Als Beispiel gilt hier Richard Wagner, dessen Musik für mich wertlos ist, weil er ein durch und durch antisemitischer Dummkopf war. Wenn ich – als Musiker – Wagnernoten geschenkt bekomme, dann landen die alle bei der Trödelannahmestelle des Roten Kreuzes. Doch was hat das alles mit dem sich zeitweise selbst überschätzenden Autor Matthias Matussek zu tun?

Matussek, ehemaliger Kulturchef beim Spiegel und jetzt Autor bei „The European“ hat auf einen kritischen Blogeintrag von Stefan Niggemeier geantwortet. Niggemeier verfasste einen Artikel unter dem Titel: „Matthias Matussek scheitert an Fragebogen für Siebtklässler“. Darin kritisiert er, dass Matussek in einem anderen Artikel einen 40 Jahre alten Fragebogen mit Vorurteilen und Stereotypen besetzten Fragen nicht als das erkannt hatte, was er in Wirklichkeit sein sollte – nämlich ein psychologisches Lehrmittel für Schüler. Es ging in diesem Falle darum, die Schüler am Sinn der Fragen, denen zuweilen Nichtheterosexuelle ausgesetzt sind, zweifeln zu lassen. Ich will hier nicht in Gänze auf die eigentliche Thematik des Fragebogens eingehen. Die kann inklusive aller weiterführenden Links bei Stefan Niggemeier nachgelesen werden.

Matthias Matussek veröffentlichte vier Tage später in dem Debatten-Magazin „The European“ eine Antwort, in der er sich in erster Linie darin ergoß, sich selbst mit einer Aufzählung seiner eigenen bisherigen Leistungen in unerträglicher Weise  zu beweihräuchern. Dabei vergriff er sich gegenüber Niggemeier so extrem beleidigend und unflätig im Ton, dass man nicht an einen ehemaligen Kulturchef des Spiegels, sondern vielmehr an einen der üblen Trollkommentatoren denken würde, dem die wutschnaubenden Aggressionen in dümmlicher Art und Weise bereits über Oberkante Unterlippe schwappten.
Niggemeier hatte mit seinem Artikel bei Matussek nicht nur voll in´s Schwarze getroffen, sondern offensichtlich noch Majestätsbeleidigung begangen. Wie sehr muss Matussek vor Wut gekocht haben, denn nach seinen eigenen Angaben ließ er den unflätigen Artikel sogar noch zwei Tage liegen – und veröffentlichte ihn trotzdem. Doch letztendlich ist Matusseks Antwort tatsächlich nichts weiter als das zähnefletschende Aufjaulen eines mit Preisen ausgezeichneten Kampfhundes, dem ein Kind mit einem Kinderdreirad in völliger Respektlosigkeit einfach kurzerhand die Genitalien abgefahren hat.

Ab heute lese ich Matussek nicht mehr. Menschen, die sich nicht benehmen können oder auf solch widerwärtige Weise äußern, relativieren ihre Leistungen selbst bis in die absolute Wertlosigkeit. Seine Bücher, falls ich welche geschenkt bekommen sollte, wandern umgehend und ungelesen zur Trödelannahmestelle des Roten Kreuzes, schließlich sollen auch wertlose Bücher wenigstens einen sozialen Zweck erfüllen. Matusseks Artikel lese ich nicht mehr. Nicht, weil sie gut oder schlecht sind, sondern alleine deshalb, weil ich nicht einmal über das Netz etwas mit einem Menschen zu tun haben möchte, der sich nicht benehmen oder beherrschen kann. Widerlich. Matthias Matusseks gesamte Leistungen und seine Meinungen sind für mich ab heute völlig wertlos. Ich würde mir von ihm nicht mal mehr erklären lassen, wie man „Dummheit“ schreibt.