Konservative Menschen haben häufig eine Denkrichtung, die ursprünglich in einer Art Gegenbewegung zur Epoche der Aufklärung und den damit verbundenen weiträumigen Veränderungen entstanden ist. Neben vielen anderen merkwürdigen Eigenarten wie Rückwärtsgewandtheit, Traditionsdenken und Standesdünkel ist dieser Denkrichtung auch der unbedingte Erhalt indoktrinierter moralischer Werte zu eigen. Deren unveränderliche Gültigkeit sehen Konservative nicht nur durch Traditionen, religiösen Weltanschauungen und daraus vermeintlichen natürlichen Gesetzen bestätigt, sondern auch in fiktiven überirdischen Instanzen, mit deren unabänderlichen Wahrheiten sie sich eins fühlen.

Diese überflüssige und überholte Denkweise produziert in moralischer Hinsicht automatisch eine weitgehende Denkstarre und Entwicklungsunfähigkeit. Der Blick von konservativen Menschen reicht moralisch lediglich bis zum Rand der geschlossenen Konservendose, in der sie leben. Umzäunt vom Blech eines unumstößlichen Irrglaubens an eine dem Staat übergeordnete moralische wahrheitliche Weltordnung sind sie nicht nur der Ansicht, dass die Konservendose der einzig wahre Aufenthaltsort ist. Sie glauben ebenso, dass das Heil nur durch sie erlangt werden kann, indem sie alle Menschen in solch moralisch beschränkende Dosen stecken und ihnen somit die konservierte „gottnatürliche“ Sichtweise aufdrängen, notfalls per Gesetz, manchmal mit Gewalt.

Konservative mißverstehen in ihrer moralischen Einfalt den Auftrag des Grundgesetzes zur Gleichheit grundsätzlich und ausschließlich als Gleichheit mit sich selbst und ihren Werten. Sie scheuen sich als vermeintliche Wahrheitsbewahrer nicht davor, gesellschaftliche Weiterentwicklungen auch gegen Mehrheiten oder gar gegen gerichtliche Urteile zu blockieren. Konservative sind demzufolge der Überzeugung, dass sie viel besser als alle anderen wissen, was für die Menschheit richtig ist. Das gilt zwar auch für viele andere Bereiche, in jedem Fall aber in moralischer und sexueller Hinsicht.

Insofern sind für Konservative all diejenigen suspekt, die nicht eindeutig dem beschränkten konservativen Weltbild entsprechen. Dazu zählen Homosexuelle genauso wie die vielen Spielarten der Natur in der Intersexualität. Wer nicht eindeutig geschlechtlich erkennbar ist muss eindeutig gemacht werden, per Gesetz, per Medizin, per Zwang. Schließlich wollen Konservative wissen, mit wem sie es zu tun haben. Sexuelle Praktiken von Homosexuellen sind für die meisten Konservativen nicht nur ein Graus, sondern ebenso eine schwere Sünde wider Gott und Natur. Dabei spielt eine „natürliche“ Fortpflanzung eine große Rolle. Das lapidare Ereignis einer Schwangerschaft wird zur göttlichen Menschwerdung hochstilisiert, der Kampf um die Abtreibungsregelung ein Kampf für die unumstößliche Wahrheitsmoral. Konservative ziehen die Berechtigung für solche Ansichten aus vorwiegend religiös vorgegebenen moralischen Abartigkeiten in alten Schwarten und unbeweglichen Traditionen sowie aus einer ziemlich kruden Vorstellung vom „gesunden Menschenverstand“.

Aus diesem Grund sind Konservative stets der Ansicht, dass es ihnen eine Menge angeht, wie und in welcher Form andere Menschen zusammen zu leben haben, was sie dabei miteinander treiben und wie sie Kinder bekommen. Sie sehen sich im Recht, die moralische Lebensweise anderer zu bestimmen und ihnen zu sagen, was sie tun dürfen und was nicht. Dabei ergiessen sie sich gerne in diskriminierende Abartigkeiten über angebliche Normalitäten von Mann und Frau, vor allem innerhalb der Ehe, dem Hort göttlichmoralischer Natürlichkeit und Fortpflanzung, eine Ikone konservativer Vollendung in Tradition und Glauben. Doch letztendlich ist die konservative Ehe nichts weiter als ein emotionaler Eiertanz um eine wertlose Institution . Insofern werden Menschen, die sich einer anderen Lebensweise verschrieben haben, von Konservativen gerne unumwunden als Sünder bezeichnet, die Buße tun sollen. Manche scheuen sich dabei auch nicht, dem auf Gleichheit bedachten Bundesverfassungsgericht zu drohen.

Eigentlich sollten sich Konservative solch arrogant-beschränkter Sichtweisen bewusst sein, aber sie leben in permanenter elitärer Selbstüberschätzung mit einem ausgeprägten unterentwickeltem Urteilsvermögen. Der Konservatismus gehört zu den am engsten beschränkten und unfähigsten Denkweisen überhaupt. Ihre Anhänger bewegen sich zumeist in einer üblen Verquickung aus konservierten Traditionen, Religionen und Standesdenken. Gesellschaftliche Änderungen und moderne Lebensweisen sind ihnen völlig suspekt und empfinden sie als Bedrohung ihrer Konservendose. Selbst bei jüngeren konservativen Menschen ist diese Mischung aus Arroganz, Unwissenheit und Beschränktheit so ausgeprägt, dass sie sich nicht scheuen, ihre Unkenntnis genauso wie religiöse uninformierte Uniformierte aus der katholischen Kirche öffentlich zur Schau zu stellen.

Für Konservative sind aus all den genannten Gründen „Selbstbestimmung“ und persönliche „Freiheit“ nur dann keine Fremdwörter, wenn diese die Grenzen der eigenen Normen einhalten. Das Bewegen außerhalb ihrer moralischen Ansichten würden sie nie als Freiheit oder Selbstbestimmheit bezeichnen, sondern als unmoralisch und unnatürlich. Insofern würden sie niemals zustimmen, dass ihnen das Leben anderer Menschen überhaupt nichts angeht. Konservative ertragen es demzufolge nicht, dass ihre moralischen Grundlagen überholt sind und zunehmend als dümmlich-beschränkt wahrgenommen werden. Eine moderne Gesellschaft braucht solche starren Werte nicht, egal ob sie in der Politik, der Religion oder der Gesellschaft vertreten werden. Konservative sind die größten geistigen Bremsen in einer Gesellschaft, denn sie entwickeln sich nicht. Sie bleiben in ihrer verschlossenen Konservendose und schimmeln traditionell so vor sich hin – bis zum üblen Geruch.

Wer jetzt meint, dass ich nur über Menschen in den eher nach rechts tendierenden politischen Lagern schreibe liegt falsch. Konservative Menschen finden sich in allen politischem Bereichen und in allen Gesellschaftsschichten. Am häufigsten sind sie zwar „rechts von der Mitte“ vertreten, aber auch die Menschen links der Mitte haben bereits gezeigt, dass sie erzkonservativ sind oder sein können, auch wenn die moralische Thematik hier einen anderen Ursprung hat. Sie alle vereint die Ablehnung rational-sachlicher Argumente zugunsten moralisch indoktrinierter und somit zutiefst verblendeter Ansichten, die sie aus einer üblen Mischung aus Arroganz, Beschränktheit, Unwissenheit und Lüge formen und gebetsmühlenartig vertreten. Ihr Denken ist geprägt von kognitiven Verzerrungen mit einem enormen Maß an Selbstüberschätzung. Konservative blockieren die Gesellschaft. Sie sind überflüssig wie ein Kropf.

Nach Wikipedia ist der Konservatismus im Gegensatz zum Liberalismus und Sozialismus keine politische Philosophie, sondern lediglich eine Tradition bzw. eine Haltung dazu. Er wird wie alle überflüssigen Traditionen hoffentlich irgendwann sterben.

Weiterlesen: Konservative in der Konservendose II

Siehe auch:
Die überflüssige Institution Ehe
Die überflüssige Sonderstellung der Ehe
Intersexualität – der perfide Zuordnungszwang
Traditionelle Diskriminierung
Lästerliche Fundsachen IV
Praktizierte Todsünden
Der geistige Mißbrauch der Natur
Grüner Ernährungsschwachsinn
Grüne Gen-Stalinisten
Die Mär von dem natürlichen Gesetz