Dezember 2013


Der typische Jahresrückblick am Ende des Jahres ist eine jährlich wiederkehrende Marotte Angelegenheit sowohl der Medien als auch – häufig auf das persönliche Leben bezogen – mancher BloggerInnen. Ich selbst mache das nicht so gerne, denn den Blick in die eigene Vergangenheit halte ich für nutzlos. Es spielt nämlich tatsächlich keine Rolle, ob man nur ein Jahr oder viele Jahre zurückschaut. Wenn einem in letzter Zeit nicht allzu Negatives widerfahren ist, gibt es nicht einmal einen psychologischen Grund, beim Wechsel der Jahreszahl mit der Vergangenheit bedeutungsschwanger abzuschließen. Dagegen jedoch und in Verbindung mit dem Älterwerden vermehrt sich beim Blick in die Tiefe der eigenen Vergangenheit zunehmend eine etwas verquere Sehnsucht nach der guten alten Zeit, völlig unabhängig vom tatsächlichen Zeitraum. Im Extremfall hört man so etwas sogar von Menschen, die zwischen den Grausamkeiten eines Krieges aufgewachsen sind. (mehr …)

Glühwein – gemeinfrei

Bis vor ein paar Tagen war die Adventszeit mit Weihnachtsmärkten und Glühweinständen noch wunschgemäß kalt und reifig. Der heutige Tag dagegen ist mit bisher knapp 10°C eher nicht ganz so passend zum Weihnachtsfest der Bräten, Enten, Gänse und Zimtputen. Aber von unpassenden Temperaturen lassen wir uns ganz sicher nicht die alljährlich wiederkehrenden Rituale aus Vorweihnachtsaggressivität und familiären Weihnachtsfeierkatastrophen nehmen, wie hier und da in den Medien nachzulesen ist. Zumeist jedoch läßt sich die übliche Verquickung zwischen quälender „was-verschenke-ich-nur“-Vorweihnachtshektik und dem feierlichen „bin-ich-froh-wenn-das-rum-ist“-Fest gerade noch so ertragen. (mehr …)

Zimtrinde – gemeinfrei

Seit mehreren Jahren werde ich bei Freunden in der Adventszeit zu einem „Zimtzickenessen“ eingeladen, bei dem traditionell eine mit einer Mischung aus Zimt und Schmalz eingeriebene und im Backofen zubereitete Pute serviert wird. Der Gastgeber hat diese Pute hin und wieder als Zimtzicke bezeichnet und ich meine mich erinnern zu können, dass er irgendwann erwähnt hatte, das ursprüngliche Wort „Zimtzicke“ sei aus einem solchen Gericht hergeleitet. Doch der Zusammenhang zwischen Zimtzicke und Zimtpute hat sich mir nie erschlossen, zumal die heutige Form des Wortes eine völlig andere Bedeutung hat und mit Essbarem im Prinzip nicht in Verbindung gebracht wird. (mehr …)

SchienenbusSWDreiteiliger Schienenbus in den 70er Jahren (zum Vergrößern anklicken)
Bild: Nesselsetzer CC BY-NC-SA 3.0

Gnaddrigs erstaunliche Betrachtungsweise und die Entwicklung einer Theorie zu einer offensichtlich aus dem Nichts aufgetauchten Schuhsohle soll heute als lehrreiches Stück und Vorbild für die Entwicklung intelligenter Verschwörungstheorien herhalten. Daran sollten sich Verschwörungstheoretiker, die sich bspw. mit Ufos, Reptilidioten und Chemtrails beschäftigen (letzteres hatte ich hier schon einmal als die „dümmste aller Verschwörungstheorien“ bezeichnet), in Sachen Logik und argumentativer Festigkeit ein echtes Beispiel nehmen. (mehr …)

Chiemgau Gemseneier

Herr Aust, Autor des Buches „In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme
und Blogger von „Beweisaufnahme Homöopathie“ hat sich in seinem letzten Blogartikel
den Lehrkörper der „Hochschule“ angesehen und mit dem bayerischen Hochschulgesetz verglichen.
Er kommt zu einem vernichtenden Ergebnis:
allein vom Personal her (auch zu einem ansehnlichen Teil aus nichtstudierten Heilpraktikern)
sind schon die Voraussetzungen für die Anerkennung als „Hochschule“ nicht gegeben.
Das Inaussichtstellen von Bachelor und Master of Science-Abschlüssen eine Pharce.

Abschlüsse, die im übrigen auch nichts bringen,
da nach Beendigung der „Studien“ auch nur die Heilpraktiker-Prüfung vor dem Amtsarzt steht.

Ein Weiterer Punkt ist die Sache mit der Forschung, ich zitiere:

In Artikel 2 des Hochschulgesetzes sind die Aufgaben einer Hochschule umrissen:


Die Fachhochschulen vermitteln durch anwendungsbezogene Lehre eine Bildung, die zur selbständigen Anwendung wissenschaftlicher Methoden (…) in der Berufspraxis befähigt. Im Rahmen der vorhandenen Ausstattung führen sie anwendungsbezogene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben durch.

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Politikersprüche fürs Klo – gemeinfrei

Politiker sondern ja bekanntlich öffentlich Unmengen heißer verbaler Luft und Nullaussagen ab, wenn sich bei zahlreichen Gelegenheiten und Ungelegenheiten eine Redemöglichkeit oder ein Mikrofon bietet. Der SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel stieß bei einer solchen Gelegenheit, nämlich beim Empfang der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gleich zwei solcher lauwarmen Verbalflatulenzen hintereinander aus. Das tat er in diesem Falle jedoch nicht als Mitglied der Synode, sondern explizit in seiner Eigenschaft als Politiker. In der von ihm gehaltenen Ansprache übte er sich demzufolge wie viele andere seiner politischen Kollegenzunft traditionell im Dreschen von leeren Phrasen. Im Rahmen dieser Übung erschallten auch zwei der abgedroschensten Floskeln: “Kirche muss sich einmischen. Glaube ist keine Privatsache„(Quelle). (mehr …)

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