Nicht nur in Deutschland gibt es Bischöfe und Erzbischöfe in tiefschwarzen Bistümern, deren öffentliche Aussagen fast immer einen großen Anteil volksverdummender Inhalte aufweisen, wie ich bereits an einigen Beispielen hier in diesem Blog ausgeführt habe. So werden einige der katholischen Bischöfe nicht müde, immer wieder auf den unnatürlichen Igitt-Charakter gleichgeschlechtlicher Partnerschaften hinzuweisen. Erst kürzlich hat wieder einmal der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Zollitsch mit bedeutungsvollem rrrollendem Prrriester-„Rrr“ den diskriminierenden Unsinn wiederrrholt, dass heterosexuelle Partnerschaften, also die urtümliche und völlig überflüssige Ehe, „fürrr die Zukunftsfähigkeit“ notwendig und deshalb unter „besonderrren“ Schutz“ zu stellen sei.

Doch nicht nur aus rückwärtsgewandten deutschen Bischofskonferenzen wird unzumutbarer und diskriminierender Schwachsinn verbreitet.  Auch in Polen wird diese Tradition bischöflicher maßloser Selbstüberschätzung in Form von deutlichen Aussagen mit volksverdummenden Inhalt intensiv gepflegt. So hat sich der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Józef Michalik ziemlich deutlich darüber ausgelassen, dass im Prinzip nicht nur geschiedene Eltern an dem Mißbrauch ihrer Kinder Schuld seien, sondern gar die durch die Scheidung verwundeten Kinder selbst, weil sie auf ihrer Suche nach Liebe angeblich sich selbst verlieren und andere Menschen „mit hinein zögen“. Die Täter und deren Motivation erwähnte der Bischof erst einmal nicht. Erst einige Stunden später hat er sich dann für diese mehr als merkwürdigen Äußerungen öffentlich entschuldigt und die Aussagen revidiert. Wahrscheinlich hat ihm erst jemand mitteilen müssen, dass er in der entsprechenden Pressekonferenz ziemlich bescheuerten Unsinn von sich gegeben hat.

Da fragt man sich schon, was Bischöfen in ihrem oftmals sich weit selbstüberschätzendem Beurteilungsvermögen so alles durch den Kopf geht. Zwar haben sich die restlichen Bischöfe der polnischen Bischofskonferenz in einer gemeinsamen Erklärung für die sexuellen Übergriffe entschuldigt. Doch das muss angesichts der Tatsache, dass sie gleichzeitig jegliche Entschädigungszahlung und somit jegliche offizielle Anerkennung von Schuld rundum ablehnen, nicht nur als halbherzig, sondern als völlig wertlos bezeichnet werden. Gleichzeitig schieben sie auch noch die Schuld den polnischen Medien in die Schuhe, die über die sexuellen Übergriffe berichtet haben. Nicht umsonst fragt deshalb das polnische Boulevardblatt „Fakt“ , ob die Bischöfe nun verrückt geworden seien.

Tatsächlich geht das christliche Verständnis nicht nur in der polnischen Kirche auf keinen Fall so weit, dass man dazu bereit sein könnte, die durch die priesterlichen Kinderschänder verursachten Verwundungen finanziell auszugleichen. Auch in Deutschland ist die Hürde für eine Entschädigungszahlung immer noch recht hoch. Da ist es doch einfacher und wesentlich billiger, die Opfer in das sinnlose Gebet einzuschließen oder gleich den geschiedenen Eltern und dem Opfer selbst die Schuld für die Untaten der armen willenlosen Priester in die Schuhe zu schieben. Schließlich können die sich nach den mehr als mißverständlichen Äußerungen Michaliks in ihrer zölibatären samenstauenden Lebensweise kaum gegen die Zudringlichkeiten der vielen von geschiedenen Eltern geschädigten und deshalb liebebedürftigen Kinder wehren.

Diese Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips ist in seiner Schamlosigkeit jedoch kaum zu überbieten. Wenn Kirchenmänner, egal ob in Deutschland, in Polen oder sonstwo auf der Welt nicht in der Lage sind, sich den sensiblen Themen entsprechend unmißverständlich zu äußern, dann sollten sie schon gar nicht Vorsitzende irgendwelcher ominösen Gremien sein. Es reicht doch schon, dass sich ständig irgendwelche Bischöfe ausserhalb solcher Gremien berufen fühlen, ihre übelriechenden geistigen Flatulenzen dem gemeinen Volk um die Ohren wehen zu lassen, auch wenn den Mist wirklich niemand mehr riechen hören will. Wenn dann auch noch die Vorsitzenden solcher Gremien den rückwärtsgewandten Meinungsmüll des gesamten Gremiumdurchschnitts widerspiegeln, dann wäre es wirklich besser, wenn sie den Blödsinn für sich behalten würden. In diesem Sinne: bądź cicho, Józef Michalik!