Darf man Schadenfreude haben? Ja, in der Politik darf man das. Vor allem dann, wenn man sich ganz besonders darüber freut, dass die schon seit Jahren nur noch in arroganter Selbstgefälligkeit ökologische Ängste schürende grüne Partei ordentlich eins auf die Nüsse den Deckel bekommen hat. Mit den völlig unwissenschaftlichen und ideologisch verblendeten Warnungen vor bösem Essen in Sachen gentechnisch veränderter Lebensmittel haben sie nämlich in den letzten Jahren schleichend erreicht, weitreichende Entscheidungen zur Vernichtung eines ganzen Forschungszweigs in Deutschland durchzusetzen, der zudem vorher zur Weltspitze gehörte.

Der Höhepunkt all dieser ideologischen Umtriebe war die Ausrufung verschiedener gentechnikfreier Bundesländer wie zuletzt in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In Niedersachsen umschliesst das sogar die Bildung. Dort haben die Grünen mit dem schwachen und somit erpressbaren Koalitionspartner im Koalitionsvertrag festschreiben lassen, dass wissenschaftliche Bildungseinrichtungen für Gentechnologie für Schüler  sterben müssen – wie das bereits mit Preisen ausgezeichnete HannoverGen-Labor. Die Grünen waren und sind nämlich der Ansicht, dass jegliche Beschäftigung mit der Gentechnik nur dazu dient, diese „über die Hintertür“ einzuführen. Ähnlich dem Vorwurf manch zurückgebliebener Zeitgenossen, der Sexualkundeunterricht in Schulen sei nichts weiter als eine (gleiche) Hintertür, um Unmoral und Unzucht salonfähig zu machen. Die Schüler sollen sich demzufolge erst gar nicht mit Gentechnik beschäftigen. Sie sollen ungebildet bleiben und die heile gentechnikfreie Märchenideologiewelt der grünen Politiker in ihrer tiefen Verblendung nicht mit Wissen stören. Eine erfolgreiche Petition wurde ignoriert. Das blöde Volk ist eben einfach nur lästig, wenn keine Wahlen sind.

Wie sehr sich schwachsinnige Ideologien doch ähneln.

Diesem zunehmenden Ärgernis über offen vor sich her getragener wissenschaftlicher Ahnungslosigkeit und ideologischer Arroganz haben die Grünen vor kurzem noch eins oben draufgesetzt, in dem sie völlig unverblümt vor der Wahl den angeblich gesunden und „freiwilligen“ Zwangsveggieday für alle uneinsichtigen Kantinenfleischesser forderten. Damit hatten sie jedoch sogar bei vielen bis dato grüngeneigten Wählern die Toleranzgrenze für unzumutbare grünpolitische Idiotien endgültig und viel zu weit überschritten. Und zwar so weit, dass ein „Es reicht!“ als Echo durch die Blogosphäre laut und deutlich zu vernehmen war. Manche ließen sich sogar in ihrer Wut dazu hinreissen, die Grünen bis in die Nähe längst vergangener faschistischer Gesundheitsideologen zu rücken. Doch abgesehen von solchen Zuspitzungen ist letztendlich die weitverbreitete und unterschwellige Wut über das ignorante und arrogante Ökogehabe der gesamten Partei diesmal eindeutig am Wahlergebnis abzulesen. Zum Glück!

Mich hat der Stimmenverlust der Grünen dennoch verwundert, wähnte ich ihre ideologischen Ökospinnereien bereits als ausgemachtes bürgerliches Gedankengut. Insofern freue ich mich darüber, dass nicht nur ich die wissenschaftliche Ahnungslosigkeit der Grünen, ihrer Nulltoleranzpolitik gegenüber der Gentechnologie (in Anlehnung an russische Vorbilder) und der „gesundheitsapostolischen“ Propagierung fleischfreier Bürgertage ein Übermaß an ignoranter und arroganter Anmaßung sowie ein Angriff auf die persönliche Ernährungsfreiheit gesehen habe. Aber auch deshalb wurden die Grünen jetzt schon im Bundestag auf den letzten Platz verbannt. Und das mit einem Sitz weniger als die von den großen Parteien stets als ideologisch betrachtete und deshalb abgelehnte Linke.

Welch absolut verdiente Schande für die Grünen.