Zuerst hatte ich bei dieser Überschrift des TED-Vortrages (TED = Technology, Entertainment, Design) gestutzt. Allgemein wird angenommen, dass sich die Naturwissenschaft zu moralischen Fragen keineswegs äußert oder äußern kann, da sie sich ausschliesslich auf dem Boden von Fakten bewegt. Tatsächlich aber liefert der bekannte Philosoph und Neurowissenschaftler Sam Harris in dem TED-Talk durchaus gute Argumente, warum bestimmte moralische Grundwerte aus den älteren und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen – gerade im Hinblick auf Neurowissenschaft und Psychologie – gezogen werden können. Seine interessanten Einsichten stellt er anschaulich mit verschiedenen Vergleichen dar.

Harris ist der Überzeugung, dass die Naturwissenschaft die moralischen Werte liefern kann, die für ein gutes Leben der Menschen benötigt werden. Er kritisiert dabei vor allem die Religionen, die ihre traditionellen moralischen Werte „aus Wirbelstürmen“ gesagt bekommen haben und daran ohne Rücksicht auf die Menschen festhalten, die unter den Regeln leiden. Insofern liegt der letztendliche Schlüssel für eine moralische Bewertung überwiegend im Leiden oder Nichtleiden der Betroffenen mit einer unzertrennlichen Verbindung zur Freiwilligkeit.
Nach dem rund 18minütigen Vortrag werden von dem TED-Moderator noch ein paar kritische Fragen zu diesem Thema gestellt, deren Beantwortung ebenso einige Anstöße zum Nachdenken gibt. Der Vortrag ist sehenswert und regt zum Nachdenken an. Mit deutschen Untertiteln.

TED – Ideas worth spreading

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