Grüne Stinkwanze
gemeinfrei

Es gibt Aussagen, bei denen habe ich ziemliche Schwierigkeiten, auf Anhieb das eigentliche Problem zu erkennen, welches in Folge Proteste oder beleidigtes Wehleidsgeschrei auslöst. Einige dieser Aussagen sind zumeist Aufreger, wenn jemand wie kürzlich geschehen eine Partei mit einer zumeist vergangenen und oftmals blutrünstigen politischen Strömung vergleicht. So geschehen zuletzt aufgrund des  von der Partei Bündnis90/Die Grünen vorgeschlagenen Veggiedays, auf den ein Parteipolitiker der FDP offenbar leicht erregt die Grünen als „Ökofaschisten“ und mehr bezeichnete. Während der Landesvorsitzende sowie der Fraktionschef der hessischen FDP in einem Interview diese Wortwahl als nicht zum FDP-Stil dazu gehörend bezeichneten, sprachen die Grünen bereits davon, dass die Grenzen mit dieser Aussage bei weitem überschritten worden sei. Moralisierend meinte Tarek Al-Wazir gar, dass sich ein solcher Vergleich einer demokratischen Partei mit den menschenverachtenden Verbrechen des Faschismus für „jeden aufrechten Demokraten“ verbiete.

Das jedoch ist gelinde gesagt völliger Blödsinn. Der Begriff des Ökofaschismus ist nämlich keine Neuerfindung eines FDP-Politikers, der sich in der Geschichte verlaufen hat. Der Ökofaschismus hat sogar einen eigenen und selbständigen Eintrag in Wikipedia. Darin wird nämlich erklärt, dass der
Begriff (…) verwendet (wird), um radikale ökologische Ideologien zu kennzeichnen, die entweder umweltpolitische Vorstellungen mit autoritären Mitteln durchsetzen wollen oder eine konzeptionelle Nähe zu Ausprägungen des Faschismus beziehungsweise Nationalsozialismus haben.
Der feine Unterschied zwischen beiden Zuordnungen ist das im Zitat enthaltene „oder“, denn nicht jeder Vergleich mit Faschismus ist automatisch dem Nationalsozialismus und somit seinen Verbrechen zuzuordnen, was in der Tat unpassend und derzeit noch als völlig überzogen gelten würde.

Dass die Grünen aber durchaus von radikalen ökologischen Ideologien geprägt sind ist nun keine Neuigkeit mehr, und das Verlangen nach bestimmten fundamentalistischen Ausführungen ihrer ständig wiederholten und schon längst nicht mehr mit Wissenschaft untermauerten Forderungen nach einer grünen Gesamtideologisierung der Bundesbürger kann nicht nur in Bezug auf die Gentechnologie als autoritär bezeichnet werden. Denn in dieser Sparte haben sie inzwischen sogar die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit der Forschung ausgehebelt. Auch die völlig idiotische Forderung nach einem donnerstäglichen Veggie-Day, an dem einem Kantinenesser die Entscheidung über die Bestandteile seines Mittagessens abgenommen werden soll, ist als explizit autoritär zu betrachten. Der nachgeschobene Hinweis, dass dies doch auf Freiwilligkeit basiere ist nichts weiter als eine kalte Lüge, denn diese Freiwilligkeit zum Fleischverzicht hat der Kantinenesser allemal und täglich, schliesslich ist in fast allen Kantinen stets ein vegetarisches Gericht im Angebot. Hier geht es aber darum, dem Kantinennutzer sein Gesundleben vorzuschreiben, und das ist in der Tat gar nicht so weit weg von autoritärem Gedankengut. Da nützt auch der Hinweis nichts, er könne ja an dem Tag woanders essen gehen. Das wiederum erinnert mich nämlich an die autoritäre und tatsächlich in seiner Tiefe menschenverachtende Aussage eines Schäuble, der auf die Einwände zur Überwachung von Telefonen gesagt hat, dass derjenige, der nicht überwacht werden will, eben kein Telefon besitzen muss. In letzter Konsequenz und natürlich überspitzt würde das bedeuten, dass derjenige, der am Donnerstag unbedingt Fleisch essen will, ja auch ins Ausland reisen kann. Oder einfach mal gar nichts essen.

Tatsächlich geht es bei den Grünen eindeutig um autoritäre Bevormundung aufgrund einer ökologischen ideologie. Mit der ungefähren Logik der Grünen, dass sie als vermeintliche natürliche Bewahrer der natürlichen Natur dieselbe und die Menschheit vor der bösen Gentechnologie schützen müssen und die Vermeidung des Tötens von Tieren uneingeschränkt richtig sei, stellen sie sich damit selbst immer wieder vollautomatisch auf die Seite der vermeintlichen ethischen Rechteinhaber und selbsternannten Gutmenschen. Sie merken dabei jedoch nicht mehr – und das ist nicht nur allen faschistischen Ideologien zueigen -, dass sie sich schon längst von dem tatsächlichen Willen der Bevölkerung abgesetzt haben und ihre ideologischen Vorstellungen nur noch auf der Basis des selbstbestätigten Glaubens vertreten, und das zunehmend ohne eine tatsächliche Verbindung zur Realität. Das ist eindeutig in ihrer Genpolitik so, deren Übereinstimmung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen gleich Null ist, sie aber weitreichende Konsequenzen inzwischen durchgesetzt haben und durchsetzen wollen, und das ist auch ernährungspolitisch so, bei der das Auseinanderdriften zwischen eigenen Ideologien und der Realität deutlich beobachtet werden kann. Die Quittung für diese Divergenz haben die Grünen aktuell auch bekommen. In Umfragen haben sie 2% verloren.

Dieses vermeintliche Selbstverständnis, mit einer Ideologie ethisch uneingeschränkt auf der angeblich richtigen und wahren Seite zu stehen führt stets dazu, die eigentliche Bodenhaftung zu verlieren und Ungereimtheiten vermehrt wegzulügen. Dieser Trend ist sowohl bei Greenpeace als auch bei den Grünen gleichermaßen zu beobachten. Zusätzlich noch entstehen aus dieser egoistischen Wahrheitsgrundhaltung andere Gruppierungen, die dieses verquere Gutmenschentum bis zum Ökoterrorismus mit Feld- und Versuchslaborzerstörungen auf die Spitze treiben. Sie finden ihre Rechtfertigung für die illegalen und völlig verblödeten Aktionen genau auf den von den Grünen vertretenen Ideologien, auch wenn diese sich von solchen Auswüchsen stets ausführlich distanzieren.

Aus diesen Gründen ist der Vorwurf an die Grünen, sie würden sich wie Ökofaschisten benehmen, durchaus nicht abwegig. Allerdings empfand ich die darüber hinaus gehenden Bezeichnungen durch den FDP-Politiker dann doch unpassend und überzogen, wenn auch in seiner Emotionalität möglicherweise verständlich. Es ist eben nicht jedem gegeben, sich den von Godwin formulierten Gesetzen zu entziehen, nach denen sich irgendwann immer jemand zu einem Nazivergleich hinreissen lässt. Doch wenn mir bei solch selbstverständlichen Dingen wie die Nahrungsaufnahme die Entscheidung von einer Partei oder gar von einem Gesetz abgenommen werden soll, dann kann das durchaus als autoritär und faschistisch im Sinne des Ökofaschismus bezeichnet werden, ohne gleich an Millionen Tote durch die Nationalsozialisten zu denken. Das überlasse ich dann lieber den geschlagenen Kritikempfängern und beleidigten Weicheiern, die mit ihrem Wehleidsgeschrei nichts weiter als den erregten Kritiker und seine Kritik diskreditieren wollen. Auf seine eigentlichen Argumente brauchen sie dann nämlich glücklicherweise nicht mehr einzugehen.

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