Der nicht gerade als zimperlich bekannte Journalist Matthias Matussek, seines Zeichens bekennender Katholik und nicht müde werdend, in allen möglichen öffentlichen und öffentlich-rechtlichen Veranstaltungen für sein angebliches Abenteuer Katholizismus zu werben, wurde zu der Late Night Show von Krömer eingeladen. Der Komiker und Schauspieler Kurt Krömer ist jedoch für seine deftigen und häufig unter die Gürtellinie sich bewegenden Sprüche bekannt und als Satirekunstwerk sicherlich diskutabel, aber keineswegs verbotswürdig.

Matussek hatte die Einladung eigentlich absagen wollen, doch da er sich vor einiger Zeit in einer anderen Show mit Krömer gut verstanden hatte, ließ er sich zu dieser Einladung hinreissen und bekam bei der Aufzeichnung der Sendung prompt auf deftige Art und Weise sein Fett weg. Der so majestätsbeleidigend angegangene Matussek war demzufolge derart düpiert und sprachlos, dass er im Nachhinein von der Produktionsfirma der Late Night Show verlangte, die Passagen mit ihm aus der Aufzeichnung heraus zu schneiden und nicht wie geplant zu senden. Die von ihm dazu gesetzte Frist ist jedoch inzwischen ergebnislos verstrichen, die Anwälte der Produktionsfirma verweisen auf die Kunst- und Satirefreiheit.

Das Witzige an dem Fall ist jedoch, dass Matussek trotz vieler Warnungen aus seinem Umfeld und offenbar in dem eigenen sich selbstüberschätzendem Glauben, schlagfertiger als Grimmepreisträger Krömer zu sein und somit die Situation in seinem Sinne beherrschen zu können – und dabei auch noch sein neues Buch promoten zu können – der Einladung gefolgt ist. Er war der Situation jedoch keineswegs gewachsen, zumal Krömer ihn unerwartet als „hinterfotziges Arschloch und Pöbeljournalist“ vorstellte und im Laufe der Sendung wiederholt als „Puffgänger“ bezeichnete. Matusseks Ärger über seine eigene Unfähigkeit zum Kontern sowie seine offenbarte Anmaßung, er könne Menschen wie Krömer in ihrer satirischen Kunst zumindest in seinem Beisein zivilisieren und persönlichen Respekt abringen äußert er nun im Nachhinein als zutiefst verletzter und schlechter Verlierer, indem er gegen die Ausstrahlung der Aufzeichnung vorgeht. Dieses Unterfangen ist nicht nur völlig blödsinnig, sondern wirft auch noch ein schlechtes Licht auf den Journalisten Matussek, der anscheinend von Kunst- und Satirefreiheit in dem Moment nichts mehr hält, wenn er selbst zum peinlichen Teil einer solchen Performance geworden ist. Da hat sogar der Krawalljournalist und Hin-und-wieder-Kollege H.M. Broder nur noch Verachtung übrig und bezeichnet Matusseks Vorgehen als uncool. Krömer hätte an dieser Stelle sicher ebenso ein deftigeres Wort gewählt. Dieses Mal zu Recht, ganz ohne künstlerischen Hintergrund.