Vatikan – gemeinfrei

Der Vatikan hat Zahlen genannt, nach denen angeblich 100.000 Christen jährlich wegen ihres Glaubens getötet werden. Dass dies ein Mythos ist und keinerlei Belege dafür zu finden sind hatte ich bereits hier beschrieben. Aber auch der darüber berichtenden Schweizer Zeitschrift 20min.ch scheint diesen Zahlen zumindest suspekt zu sein und vermitteln mit ihren Formulierungen im Artikel tiefstes Mißtrauen gegenüber den Angaben. Auch sie können ausser einer nichtssagenden Infografik über die Verteilung der Religionen keinerlei Belege vorlegen. Die eigentliche  Zahl wurde vom Erzbischof Silvano Maria Tomasi bei einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats genannt. Auf welcher Grundlage diese Zahl basiert ist jedoch nicht bekannt – und es ist zu befürchten, dass es wegen fehlender Belege auch unbekannt bleiben wird.

Ein Denkmal für den Papst hat ein Berliner CDU-Abgeordneter gefordert. Wie sollte es anders auch sein bekommt er natürlich Unterstützung aus Bayern. Anscheinend hat da jemand Angst, dass Ratzingers Verdienste für das Christentum völlig in Vergessenheit geraten könnten. Doch was waren seine Verdienste noch? Ach ja, vertuschte Mißbrauchsvorwürfe und die Wiedereingliederung erzkonservativer antisemitischer Mönche. Dolle Leistungen. Zwar war klar, dass der Kölner Kardinal Meisner diese Leistungen als „Schätze im Acker“ bezeichnet, deren sich „die Deutschen“ gar nicht bewusst geworden sind. Damit meint er wohl alle Deutschen. Wahrscheinlich ist dem Katholiban Meisner einfach entgangen, dass sich die Hälfte der Deutschen für seinen Verein gar nicht mehr interessieren.

Bischöfe: Keine Ahnung von der Existenz der Pille danach gemeinfrei

Um bei dem Mann zu bleiben: in einem Interview einer Zeitung, die hier wegen dem LSR nicht mehr genannt wird hat Meisner zugegeben, dass alle Bischöfe bis zum Januar gar nicht wussten, dass es eine „Pille danach“ überhaupt gibt. Interessante Angelegenheit. Da führen kirchliche Ahnungslose ganze Krankenhäuser und erdreisten sich, für hochsensible Fälle wie Vergewaltigungen moralische Regeln durchzusetzen, und dann sind sie nicht einmal darüber informiert, was medizinisch machbar ist. Da frage ich mich doch wirklich wiederholt, was Theologen in Krankenhäusern eigentlich zu suchen haben. Sie sind nicht nur ideologisch verblendet, sie sind auch noch völlig ahnungslos ob der Thematik, die sie da verwalten. Werft sie endlich raus!

Wenn Philosophen sich an Gottesbeweisen versuchen, dann sind die Unmengen an verbal oder schriftlich zelebrierten lauwarmen bis heissen Luftblasen zwar schön schillernd anzusehen, aber letztendlich bleibt nach dem zwangsläufigen Zerplatzen derselben nichts weiter übrig als rutschige Schmiere. So auch bei dem Sozialphilosophen Norbert Leser, der über viele Vernunftswege zu Gott spekuliert und demzufolge ein Sammelband unter dem Titel „Gott lässt grüßen – Wider die Anmaßung des Reduktionismus und Evolutionismus“ vorlegt. Der aus Oberwart im österreichischen Burgenland stammende Leser ist nun im 80sten Lebensjahr angekommen und hat somit ein eher typisches Alter für solche WissenschaftlerInnen erreicht, bei denen der unaufhaltsam nahende Tod die objektive zweifelnde Haltung gegenüber einer übernatürlichen Instanz abhanden kommt und sie demzufolge ihr persönliches Leben nach dem Tode fortgeführt sehen möchten. Insofern kommen einige wie auch Spaemann auf die Idee, sich selbst den Grund für eine göttliche Existenz philosophisch zurecht zu biegen. Das Witzige daran ist, dass mit den von Norbert Leser angeführten Argumente sich auch das rosarote Einhorn, das Spaghettimonster oder eine funktionierende Homöopathie begründen lassen. Insofern bleibt der wie auch immer geartete Versuch der Begründung einer Existenz Gottes auch nach dem 150sten philosophischen Versuch schlichtweg Nonsens.

Philosophisch dampfender Mist – gemeinfrei

Eine Stufe schlimmer schlägt in eine ähnliche Kerbe der emeritierte Professor für Neutestamentliche Theologie Klaus Berger in einer kritischen Auseinandersetzung mit der kritisch-historischen Theologie der letzten 200 Jahre. In einem Interview beklagt er, dass aufgrund dieser kritischen Auseinandersetzung zu viele Studierende ihr Studium abbrechen würden, weil sie den Glauben verlieren würden. Seine Schlussfolgerung daraus ist, dass die kritisch-historische Theologie ein Elend sei, weil es ausserhalb der Schrift keine Beweise für viele Inhalte der Schrift gäbe. Insofern versucht er diese historischen Tatsachen mit den unglaublich … äh … überzeugenden Worten zu entkräften, dass die Belege für die Vorgänge in der Schrift selbst lägen. Das heisst also, die Aussage „Gott ist wahr“ reiche als Beweis völlig aus und die Berichte in der Schrift von den Wundern seien ausreichende Belege für die tatsächliche Existenz der Wunder. Nun ja, … äh … also … pfffff … , also ich höre jetzt auf, über den Quatsch zu schreiben, das ist mir jetzt wirklich zu blöd. Und ich vermute tatsächlich, dass da eben noch einer einfach die Hosen voll hat vor dem nahen Tod und vor der Tatsache, dass seine Existenz damit dann endgültig erledigt ist. Ganz im Ernst: ich kann diesen philosophisch verschwurbelten Gottesbegründungsschwachsinn nicht mehr lesen. Es ist eine echte Zumutung, was man an wertlosem philosophischen Mist in dieser Hinsicht zu lesen bekommt.

Schlechte Karten für Anhänger des Buddhismus. So wie das Christentum als friedliche Religion zur Zeit vermythologisiert werden soll, geschah und geschieht das schon lange mit dem Buddhismus. Dass dies ebenso ein gewaltiger Irrtum ist und die buddhistischen Mönche das tibetanische Volk äußerst heftig unterdrückten, hat Colin Goldner in einem ausführlichen Vortrag bereits aufgezeigt. Nun ist eine neue Gruppe buddhistische Mönche um einen als „Hitler Burmas“ bezeichneten Mönch in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, die ganz offen radikal-rassistisch ein muslimfreies Burma fordern. Doch von den buddhistischen Anhängern hierzulande regt sich darüber niemand auf. Die sind damit beschäftigt, ihre verletzten Gefühle wegen einer künstlerisch umgestürzten Buddha-Statue auf dem Viktualienmarkt in München theatralisch zum Besten zu geben.

Was sagt uns das? Keine Religion ist wirklich tolerant oder friedlich, und jede Religion wird gerne als Begründung für Egoismus, Beeinflussung, Unterdrückung, Krieg, Mord und Totschlag benutzt. Und deshalb gehören Religionen auf keinen Fall zu den zivilisatorischen Errungenschaften der Menschheit.

Siehe auch:
Lästerliche Fundsachen
(I)