Mai 2013


Seit einiger Zeit wimmelt es vermehrt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von Beiträgen über Homöopathie, vor allem auch deshalb, weil die Homöopathie trotz fehlender Wirkungsnachweise dennoch Einzug in die Politik hält, wie an der grünhomöopathischen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens mit ihrem merkwürdiges Verständnis von Wissenschaft und Gesundheit abzulesen ist. Viele der Reportagen sind schwer tendenziös und lassen eine neutrale Berichterstattung vermissen, wie etwa bei dieser Reportage vom Bayerischen Rundfunk, deren Inhalte schon gar als peinliches Unwissen kritisiert wurde. (mehr …)

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Vatikan – gemeinfrei

Der Vatikan hat Zahlen genannt, nach denen angeblich 100.000 Christen jährlich wegen ihres Glaubens getötet werden. Dass dies ein Mythos ist und keinerlei Belege dafür zu finden sind hatte ich bereits hier beschrieben. Aber auch der darüber berichtenden Schweizer Zeitschrift 20min.ch scheint diesen Zahlen zumindest suspekt zu sein und vermitteln mit ihren Formulierungen im Artikel tiefstes Mißtrauen gegenüber den Angaben. Auch sie können ausser einer nichtssagenden Infografik über die Verteilung der Religionen keinerlei Belege vorlegen. Die eigentliche  Zahl wurde vom Erzbischof Silvano Maria Tomasi bei einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats genannt. Auf welcher Grundlage diese Zahl basiert ist jedoch nicht bekannt – und es ist zu befürchten, dass es wegen fehlender Belege auch unbekannt bleiben wird. (mehr …)

Der Ted-Beitrag (TED = Technology, Entertainment, Design) der Künstlerin iO Tillett Wright gehört zu den beeindruckendsten Vorträgen zum Thema geschlechtlicher Orientierung. Unzählige Menschen wären nämlich tatsächlich zumindest verwundert, wenn sie feststellen müssten, wie viele ihrer Freunde, Nachbarn, Bekannte oder ArbeitskollegInnen unter ihnen gar nicht sexuell eindeutig orientiert sind. Die Künstlerin fotografierte 2.000 Menschen, die sich selbst nicht zu einer eindeutig geschlechtlichen Orientierung bekannten und sich bei der mit der Fotografie verbundenen Umfrage irgendwo im LBGTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer oder Questioning)-Spektrum prozentual zwischen homosexuell und heterosexuell einordneten. Wie sich dabei zeigt sind die Grenzen häufig verwaschen, die Orientierung nicht eindeutig und somit „grau“. Wright zeigt durch diese weitverbreitete Grauzone die Unmöglichkeit moralischer oder gesetzlicher Schranken auf. Ein absolut sehenswerter 18minütiger Talk mit deutschen Untertiteln, auch oder vor allem für diejenigen, die immer noch meinen, dass alles ausser Heterosexualität gegen angeblich natürliche Gesetze verstoßen würde. (mehr …)

AufblickBild: Nesselsetzer CC BY-NC-SA 3.0

Der Anteil der Christen in der Bevölkerung ist seit vielen Jahren stetig rückläufig. Der Mitgliederschwund der beiden christlichen Hauptkirchen und ihrer mehr als zweihundert Splittergruppen in Form von freichristlichen Kirchen oder evangelikalen Zusammenschlüssen mit häufig fundamentalistischen Tendenzen sind demzufolge enorm. Der zunehmende Wohlstand in den wirtschaftswunderlichen Nachkriegsjahren und das langsame Vergessen oder Verdrängen der Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges hat dazu geführt, dass in einer durchschnittlichen Großstadtpfarrei schon Ende der 60er Jahre an Wochentagen kaum mehr als fünf Senioren an den morgendlichen Gottesdiensten teilnahmen. Dieser Trend verstärkte sich zunehmend durch das Wegsterben der älteren Generation, so dass durchaus manche Gottesdienste pflichtgemäß ganz ohne Publikum durchgeführt wurden. (mehr …)

In der Reihe der Vorlesungen für Kinder an diversen Universitäten nehme ich heute ein eher schwerwiegendes Thema auf, das in jedem Falle für Kinder und Eltern gleichermaßen interessant ist, weil fast jedes Kind davon betroffen sein könnte oder sich eventuell gegen Mobbing zur Wehr setzen muss, ohne dass die Eltern davon auch nur etwas erahnen. Mobbing ist ja kein neues Phänomen, sondern eher eines, auf das in letzter Zeit verstärkt hingewiesen und genauer hingeschaut wird, weil es sich von den üblichen Raufereien unter Schulkindern unterscheidet und oft bleibende psychische Schäden für ein ganzes Leben bei den Opfern hinterläßt. Insofern sind alle Eltern dazu aufgerufen, sich mit ihren Kindern diese rd. 38 Minuten dauernde lehrreiche Vorlesung von PD Dr. Mechthild Schäfer unbedingt anzuschauen. (mehr …)

Emotionalität beim Gespräch auf beiden Seiten – gemeinfrei

Die für uns selbstverständliche Sprache ist nach einer Aussage des Neurowissenschaftlers Gerhard Roth der erste Intelligenzverstärker der Menschheit und hat dazu geführt, dass der gezielte Austausch von Informationen in hohem Maße vereinfacht wurde. Das geschah vor etwa 300.000 bis 100.000 Jahren, wobei die Entwicklung des Gaumens und Kehlkopfes zur Sprachfähigkeit nach heutigen Erkenntnissen zum letztgenannten Zeitpunkt abgeschlossen war. Auf welchem Wege die Sprache entstand ist weitgehendst unklar. Nach der Sprache folgte bekanntermaßen die Entwicklung der Schrift als zweiter Intelligenzverstärker sowie das noch sehr junge Internet als dritter, dessen Folgen für die Menschheit heute noch gar nicht abzusehen sind.  (mehr …)

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