Bild: Psiram – gemeinfrei

Es ist ja kaum zu glauben, aber was immer wieder aus der Politik an unwissenschaftlichen und abergläubischen Blödsinn zu vernehmen ist geht in der Tat auf keine Kuhhaut. Nach den letzten Ereignissen fragt man sich kopfschüttelnd und/oder mit erstauntem Blick, ob das denn alles überhaupt real ist, was man derzeit von der angeblich gebildeten politischen Elite in diesem Lande zu hören bekommt. So viele facepalmzeigenden Menschen oder Tiere sind in keinem Bild darstellbar wie derzeit hierzulande gebraucht wird, um seine persönliche Abneigung gegenüber dem verbalen Unsinn aufzuzeigen, der uns immer wieder um die Ohren gehauen wird.

Erst jüngst hat wieder einer dieser fortschrittsfeindlichen Grünen-Politiker zum Thema Mobilfunkanlagen in Gänze sein fehlendes technisches Verständnis offenbart. Sein Antrag nämlich, die Sendeleistung von den Mastanlagen nach unten zu begrenzen wurde glücklicherweise im Umweltausschuss des Bundesrates abgeschmettert. Was eine Verringerung der Sendeleistung ausser einem engmaschigeren Netz aus Masten bringen soll ist nicht klar, es scheint aber wieder um die dubiose „Handystrahlung“ zu gehen, deren Unbedenklichkeit schon seit Jahren wissenschaftlich bestätigt ist. Da unsere Politiker aber allesamt aus einem Volk heraus gewählt wurden, welches derzeit den Erfindern verrückter oder kruder Verschwörungstheorien mehr Glauben schenkt als wissenschaftlich fundierten Ergebnissen, tummeln sich eine ganze Horde ideologisch verblendeter und fehlgeleiteter Gestalten in den Landtagen und dem Bundestag herum und nerven immer wieder mit unsinnigen pseudowissenschaftlichen und häufig wissenschaftsfeindlichen (und somit ebenso häufig innovationsfeindlichen) Regulierungsversuchen.

Ein ganz besonders anfälliger Hort für nachhaltige pseudowissenschaftliche Verdummung Verzweiflungstaten ist bekanntermaßen die Partei Bündnis 90/Die Grünen, die nicht nur immer wieder mit ihren Ängsten vor elektromagnetischen Verseuchungswellen auf sich aufmerksam macht, sondern auch mit landwirtschafts- und gentechnikfeindlichen Äußerungen in voller Ahnungslosigkeit der tatsächlichen wissenschaftlichen Begebenheiten genau die Ängste schürt, die sie dann mit politischen Reglementierungen zu bekämpfen versucht. Das geht so weit, dass sie von den Schülern wie jüngst in Niedersachsen und ebenso geplant in Sachsen-Anhalt das Wissen über Gentechologie fernhalten wollen, indem sie dort die wissenschaftlichen Schülerlabore schliessen oder/und die Forschung unterbinden. Gentechnik macht den Grünen Angst, und das Wissen darüber erst recht. Da suhlen sie sich lieber in pseudowissenschaftlichen Ergüssen und Ängsten vor der bösen Gentechnik und halten jegliches Wissen darüber für einseitig und von der Industrie unterwandert. Damit sind sie konservativer und schwärzer als die Schwarzen rechts von der Mitte, denn so wie diese an althergebrachten moralischen Werten festhalten klammern sich die Grünen an althergebrachte und angeblich natürliche Vorgänge.
Grüne sind deshalb nicht nur Gen-Stalinisten mit ausuferndem Hang zum Lyssenkoismus, sondern auch noch Verschwörungstheoretiker mit selbstgebauten oder unkritisch angenommenen Ideologien ohne jegliches kritisches Hinterfragen desselben. Einer der grünen Verbände war sich nicht einmal zu schade, die dümmste aller Verschwörungstheorien, nämlich den Quatsch von den Chemtrails für bare Münze zu nehmen und auf seiner Webseite über längere Zeit bereit zu halten. Insofern traue ich dieser Partei inzwischen jeglichen Unsinn zu, aber keinesfalls mehr das Erkennen des Unterschieds zwischen evidenzbasierter Medizin und alternativem Nonsens. Dafür hat das NRW-Gesundheitsministerium gesorgt, in dem die grüne Landesministerin Steffens jegliche wissenschaftlichen Selbstverständlichkeiten ignoriert und ihren alternativen Glaubenshumbug an den Hochschulen als seriöses Fach integrieren will, wogegen diese sich inzwischen endlich vehement und in aller seriösen Deutlichkeit wehren.

Doch auch wenn die Grünen derzeit den tiefsten pseudowissenschaftlichen Sumpf mit dem ausuferndsten ideologisch verblendeten Schwachsinn vorweisen können ist es in den anderen Parteien keineswegs viel besser. Viele der grünen Untaten geschehen mit Billigung der SPD, denen ich bisher mehr Sachverstand  – vor allem in Sachen Gentechnologie – zugetraut hätte. Doch auch sie spiegeln im Schnitt jene Unfähigkeit der Menschen aus den bisherigen Nachkriegsgenerationen wieder, denen die Übung des kritischen Denkens und dem Willen zu einer seriösen Vernunft schlichtweg fehlt. Insofern liegt in dem bisherigen Versäumnis der Schulen genau die uns nun einholende Konsequenz der fortschreitenden pseudowissenschaftlichen und abergläubischen Verseuchung der Gesellschaft. Bei den Schülern und Jugendlichen wurde schlichtweg versäumt, in der Tradition der Aufklärung kritisches Denken zu vermitteln und den Willen zur kantschen Vernunft zu schulen, und diese Versäumnisse rächen sich jetzt vor allem dadurch, dass viele der Politiker, denen wir unsere Zukunft anvertrauen, in Wirklichkeit völlig unfähig zur einer klaren Politik auf der Basis von Seriosität, Vernunft und wissenschaftlicher Basis sind. Sie agieren schlichtweg in selbstüberschätzender Gefälligkeit im pseudowissenschaftlichen Nebel und erreichen dabei nichts weiter, als das mühselig gewonnene Ansehen der Bundesrepublik im politischen und wissenschaftlichen Ausland wieder zu verspielen.

Deswegen muss schleunigst ein Umdenken in den Schulen und bei den Lehrern stattfinden. Offene Experimente von Schülern zur Animation des kritischen Denkens sind leider noch viel zu selten, und zu solchen erfreulichen Experimenten gehört auch ganz eindeutig das von den ängstlichen Grünen behinderte HannoverGen-Labor. Wenn wir wieder eine Politik haben wollen, in der abergläubische Idiotien und unwissenschaftlicher Schwachsinn den Platz für innovative und wissenschaftsbasierte Politik nicht nur in Wirtschaft und Medizin frei machen sollen, dann brauchen wir entsprechend ausgebildete und intellektuelle Menschen mit der Bereitschaft zur kritischen Vernunft und einer fundierten wissenschaftlichen Bildung. Viel zu lange schon haben uns solche herausragend ausgebildeten und intellektuellen Menschen gefehlt. Wenn wir wieder solche der Wissenschaft und Seriosität zugeneigten Politiker haben wollen, dann müssen die Schulen unbedingt unsere Kinder konsequent zu selbständig denkenden und der Vernunft verpflichtete Menschen ausbilden, denen kritisches Hinterfragen und wissenschaftliche Erkenntnisse selbstverständliche Richtlinien sind. Erst dann werden wir wieder Politiker in den Ministerien haben, für die man sich nicht ob ihrer unwissenschaftlichen Äußerungen fremdschämen muss. Erst dann können wir uns wieder dem zuwenden, was für eine Kultur unabdingbar ist, nämlich uns im Sinne der Vernunft und der Wissenschaft weiter zu entwickeln, denn der ganze derzeitige okkulte Blödsinn ist nichts weiter als eine echte kulturelle, wirtschaftliche und wissenschaftliche Vollbremsung.

Siehe auch:
GWUP – Politischer Aktionismus gegen Mobilfunkanlagen
Liberale Hochschulgruppe NRW gegen alternativen Unsinn
Kopfschüttelnde Ministerialbeamte
Grüne Gen-Stalinisten
Niedersachsen muss bildungsfrei werden
Zu viel Wissen schadet den Schülern!
Fortschreitender Rationalitätsverlust in der Politik
Der schleichende Rationalitätsverlust in der Gesellschaft
Die dümmste aller Verschwörungstheorien: Chemtrails
Überall Zauberschulen – studiert lieber im Ausland!
Wissenschaftler, Intellektuelle, Politiker, Helden, wo seid ihr nur?
Das Phänomen des unkritischen Denkens – Teil 1
Das Phänomen des unkritischen Denkens – Teil 2