Ideologen brauchen kein gebildetes Volk – gemeinfrei

Ideologien vertragen sich nicht mit Bildung, schon gar nicht mit vorhandener Bildung bei Menschen über einen wissenschaftlichen Stoff, dessen ideologische Aufbereitung ihnen eigentlich eingetrichtert werden soll. Die schon seit Jahrhunderten immer wieder gerne praktizierte bewusste Ideologisierung und damit die bewusste oder unbewusste Volksverdummung durch religiöse oder politische Ideologien hat zwar im letzten Jahrhundert durch das Internet nicht unbedingt sein Ende gefunden, aber seit der Einführung desselben ist hier die Informations- und Meinungsfreiheit und gleichzeitig auch die Bildungsmöglichkeit für jedermann so enorm gewachsen, dass so manchem politischen Hinterbänkler Angst und Bange werden könnte.

Aus diesem Grunde wird immer mal wieder mit erschreckender Ernsthaftigkeit die Einschränkung dieser Informationsfreiheit gefordert, denn sie ist der Verbreitung bestimmter Ideologien stets abträglich. Insofern wäre es umso widersinniger, wenn man den Bürgern auch noch wissenschaftlich neutrales Wissen über das vermittelt, was man ihnen indoktrinieren möchte. Und in genau diesem Widerspruch stehen die niedersächsischen Grünen. Zumindest wird das deutlich, wenn es um Gentechnik geht. Gemeinsam mit Greenpeace verfallen sie zunehmend in die anmaßende Rolle der ideologischen Naturbesserwisser und strotzen dabei nur so von Ahnungslosigkeit, dass selbst bei gentechnischen Laien mit wenig Grundkenntnissen das Kopfschütteln nicht mehr aufhört. Als selbstdeklarierte Naturschutzgutmenschen sind sie der Ansicht, sie hätten die natürliche oder naturgegebene grüne Wahrheit gepachtet und wüssten ganz genau, was für die Natur und für den Menschen richtig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies von der Partei „Die Grünen“ oder von der inzwischen ideologisch völlig verblendeten und von Wissenschaftlichkeit sich schon längst verabschiedeten Organisation Greenpeace ausgeht, die ihren Namen besser in Greenwar umbenennen sollten, weil sie inzwischen einen Krieg gegen jeglicher ihrer grünen Ideologie widersprechenden Wissenschaftlichkeit führt. Es geht ihnen schon längst nicht mehr um wissenschaftliche Klarheit und tatsächliche Aufklärung, sondern vorwiegend um eine massive Vertretung dessen, was eine Gruppe zielstrebiger Ahnungsloser unter dem Deckmantel des Naturschutzes in ideologischer Verblendung zum persönlichen Feind erklärt hat. Dass darunter alles fällt, was mit Gentechnologie zu tun hat, ist für niemanden eine Neuigkeit. Gentechnik wird für gefährlich gehalten, obwohl es bis heute keinen einzigen dokumentierten Fall von menschlicher Schädigung gibt. Insofern sind ihre Genfeindschaften schlichtweg auf großspurig vertretenen argumentativen Unfug aufgebaut, der unmittelbar zusammenbrechen würde, wenn die Bildung der Bürger über Gentechnik massiv zunehmen würde.

Glücklicherweise gab es damals Greenpeace und die Grünen noch nicht. Paul Ehrlich in seinem Labor – gemeinfrei

Und genau deshalb sind den Ideologen schon länger die Genlabore für Schüler wie das zur Zeit in die Öffentlichkeit gerückte HannoverGen ein wissenschaftlicher Dorn im Auge ihrer ideologischer Verblendung, denn hier wird jungen Menschen eine wissenschaftliche Sichtweise auf die Gentechnik beigebracht, bei der grüne Indoktrinationen gegen Gentechnik ins Leere laufen würden. Deshalb bewertet Greenpeace es als ihren Erfolg, dass die neue rot-grüne Regierung im Koalitionsvertrag das Aus für das Schulprojekt HannoverGen beschlossen hat. Niedersächsische Schüler sollen sich nicht mit Gentechnik befassen. Es kann ja gar nicht angehen, dass mit den über Gentechnik informierten Schülern eine Generation heranwachsen würde, die aufgrund ihres Einblicks in die Gentechnologie sich in ein paar Jahren eindeutig gegen die bisher ideologisch verblendete gentechnikfeindliche Linie der Grünen und Greenpeace stellen könnten. Das Ganze vielleicht noch – oh Graus – mit guten Argumenten.

Dass die Schüler in Niedersachsen gegen die Schließung von HannoverGen lautstark protestieren, macht zwar den Ministerpräsidenten nachdenklich, dennoch besteht er darauf, HannoverGen verschwinden zu lassen. Schliesslich ist der Koalitionsvertrag und der Koalitionsfrieden wichtiger als gebildete Schüler. Die niedersächsische Bevölkerung soll schliesslich genfrei bleiben und damit die niedersächsischen Schüler bildungsfrei. Die Bürger des Landes sollen die bisher gut verbreitete gentechnikfeindliche Politik mittragen und nicht auf die Idee kommen, über Bildung sich Wissen darüber anzueignen. Die Grünen und Greenpeace wissen schliesslich viel besser Bescheid, was für Niedersachsen richtig ist. Insofern könnte man in Anlehnung an die zuerst erwähnte Geschichte des Hinterbänklers sagen: „Schüler und Freunde der Bildung, ihr werdet den Kampf verlieren. Niedersachsen muss endlich wieder bildungsfrei werden. Basta!“

Siehe auch:
Open Petition – Pro und Contra  – Lernen Sie das Schulprojekt HannoverGen kennen bevor Sie es beenden, Herr-Weil!