Hieronymus Bosch
Die Sieben Todsünden und die vier letzten Dinge – gemeinfrei

Gestern fand ich auf dem Atheist Media Blog einen weiteren Artikel gegen die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Sexualität. Alte Schriften wie die Bibel, die von Menschen geschrieben und nicht einmal nach der Theologie Wörter oder Sätze irgendwelcher überirdischer Instanzen enthalten, werden gerne als Beleg dafür herangenommen, dass praktizierte Homosexualität nach diesem biblischen Zeugnis auch im 21. Jahrhundert Sünde sei und vom Reich Gottes ausschließt. Diese Ansicht vertritt der Prediger und Geschäftsführer des evangelikalen Gemeindehilfsbundes, Johann Hesse. Gleichzeitig fordert er dazu auf, dass die Kirche dafür Sorge tragen soll, den „Sünder“ zur Umkehr zu rufen. Er bezieht sich dabei auf das alte Buch und meint, es gäbe eine „Autorität der Schrift“.

Nun sind wir ja aus Kirchenkreisen schon lange diese schrecklich rückwärtsgewandten und gesellschaftsspaltenden Aussagen gewohnt. Doch das zunehmende Wehleidsgeschrei katholischer Bischöfe wird zur Zeit vermehrt von evangelikalen Strömungen unterstützt, die sich nicht immer von einer gewissen Radikalität, schon gar nicht von einem idiotischen Fundamentalismus freisprechen können. Insofern sind ihre Äußerungen oft unchristlich, in weiten Teilen gar diskriminierend. Wer jedoch mit solchen Aussagen immer wieder gegen das Gebot der allumfassenden Nächstenliebe verstößt begeht im Gegensatz zu der Person, der die Unterstellung einer Sünde angedacht ist, tatsächliche Sünden. Geschieht dies gar in radikaler oder fundamentalistischer Absicht, können diese sogar als Todsünden bezeichnet werden, auch wenn sie lediglich der Schwere nach und nicht den Eigenschaften der sieben Todsünden entsprechen. Dass ausgerechnet die Kirche und deren Mitarbeiter ein Sammelsurium an Todsünden und Sünden vorzuweisen haben ist schon eigentlich keine Neuigkeit mehr. So sollte doch einmal aufgezählt werden, welche dieser Aussagen und Handlungen innerhalb den Kirchen zu den schweren Todsünden zählen, weil sie unmenschlich, diskriminierend oder menschenverachtend sind und ihre Berechtigungen zumeist aus der Bibel oder aus dem kirchlichen Verständnis von Gehorsam und Macht abgeleitet sind. Die nun folgenden Sünden wurden oder werden von Menschen innerhalb der Kirchen und häufig im Namen der Kirchen oder gar im Namen Gottes begangen.

Hochmut
gemeinfrei

  • Es ist eine Todsünde (Hochmut, Eitelkeit, Stolz, Übermut), eine bestimmte Gruppe in der Gesellschaft an den Rand drängen zu wollen und ihnen das religiöse Heil zu verwehren, vor allem, wenn das von Menschen aus Organisationen ausgeht, die das Wort „Hilfe“ im Namen führen. Anscheinend helfen sie jedoch vorwiegend bei der Pflege des schlechten Gewissens oder von Vorurteilen.
  • Es ist eine schwere Todsünde (Wollust, Ausschweifung, Genusssucht, Begehren), Jungen und Mädchen in Pfarrhäusern, Heimen und in weiteren kirchlichen Einrichtungen sexuell zu missbrauchen.
  • Es ist eine schwere Sünde (Lüge, Verheimlichung, Täterschutz), straffällig gewordene Kirchenmitarbeiter nicht rechtlich zur Verantwortung zu ziehen und sie einfach in eine andere Gemeinde zu versetzen.
  • Es ist eine schwere Sünde (Falschheit, Lüge, Fundamentalismus), mit hanebüchenem Unsinn wie die Ablehnung der Evolution Schulkinder zu indoktrinieren.

H. Bosch – Hölle
Ausschnitt – gemeinfrei

Und das alles im Namen der „heiligen“ Kirchen. Gott hat wirklich viel zu beichten, fragt sich nur, wem. Jedenfalls kann er mit diesem Sündenregister unmöglich in den Himmel kommen. Der Teufel wird sich deshalb umso mehr freuen, die ganze Kirche und sein Personal im Fegefeuer schmoren zusehen. Macht nichts, wir brauchen Gott und seine Kirche sowieso nicht, weil die bisher nur jede Menge Unheil angerichtet haben, und es steht zu befürchten, dass das Sündenregister mit den Jahren weiter anwächst. Sollten wir also wider Erwarten alle in die Hölle kommen, dann wird die Kirche mit vielen ihrer Päpste, Bischöfe und und Priester schon dort sein. Das allerdings ist die größte Strafe, die sich ein verdammter Hölleninsasse nur denken kann…

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