Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf – gemeinfrei

Es ist tatsächlich kaum zu glauben und mehr als verwunderlich, dass auch nach dem Rücktritt von Annette Schavan vom Amt als Bundesministerin für Bildung und Forschung die Querschüsse gegen die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf seitens akademischer Schavanisten nicht aufhören. Das merkwürdige daran ist jedoch, dass die Schützen sich Argumente bedienen, die jeder halbwegs gebildete Nichtakademiker alleine schon dann „mit links“ entkräften kann, wenn er die Vorfälle um die Aberkennung des Doktorgrades durch die Prüfungskommission der Universität Düsseldorf mit durchschnittlichem Interesse verfolgt hat.

Zuletzt wurden von Prof. Kurt Biedenkopf und Prof. Ernst-Ludwig Winnacker Kommentare in Zeitungen veröffentlicht (keine Erwähnung der Zeitschriften oder Links aufgrund des anstehenden Leistungsschutzgesetzes!), die inhaltlich entweder bewusst oder unbewusst so fehlerhaft sind, dass der Rektor der Uni Düsseldorf Prof. Michael Piper sich genötigt sah, zwei recht unmißverständliche Antwortschreiben aufzusetzen und diese zu veröffentlichen. Im Brief an Kurt Biedenkopf spricht Piper von Behauptungen, die in das Reich der Fabeln verweisen sowie von an Ehrabschneidungen grenzende Aussagen Biedenkopfs, wofür Piper eine Entschuldigung erwartet. Außerdem zeigt er sich entsetzt über den Ton des Artikels. Das andere Antwortschreiben an Ernst-Ludwig Winnacker steht dem in nichts nach. Piper beklagt die öffentliche Schmähung der Mitglieder der Universität durch Winnacker, sie würden in „jakobinischer“ Tradition „Menschen in Hetzjagden“ verfolgen. Auch hier erwartet Piper eine Entschuldigung. Zudem bezeichnet er Winnackers Aussage „Es wird Zeit, dass endlich jemand die Dinge in die Hand nimmt“ als abenteuerliches Rechtsstaatsverständnis. Beide Antwortschreiben sind über die Uni Düsseldorf hier abrufbar.
Dazu gekommen ist nun noch weiterer Unsinn ein weiterer Kommentar in einer Zeitung, diesmal von Heimo Reinitzer, Präsident der Akademie der Wissenschaften, der getreu von Godwin’s Law „endlich“ den ersten Nazi-Vergleich gebracht hat. Seriosität scheint keine Rolle mehr zu spielen.

Einen Haufen Wilde gemeinfrei

In einem Kommentar an anderer Stelle hatte ich schon einmal erwähnt, dass es für mich kaum zu glauben ist, wie urplötzlich bestimmte Wissenschaftler ihre Position und ihre Intelligenz missbrauchen, um bisher eindeutig klare Verfahrensregeln zugunsten einer Ex-Bundesministerin mit Hang zum Schummeln auf völlig blamable Art und Weise zu kritisieren und auszuhebeln. Insofern erwarte ich nach einem angenommenen bestätigenden Gerichtsurteil von einigen Akademikern, dass sie die deutsche Rechtsordnung infrage stellen und fordern werden, die Sache müsse „endlich mal jemand in die Hand nehmen“. Anscheinend ist diversen Akademikern kein Griff in die polemische Klamottenkiste zu abwegig, um ihn nicht zur Verteidigung einer unterschwellig „schützenswerten schwachen Frau“ in Gestalt der Ex-Bundesministerin auszunutzen. Insofern wirkt das verbale Eindreschen der Schavanverteidiger auf die Uni Düsseldorf auf mich wie ein Haufen aus den Büschen springende Wilde, die mit Schwertern in der Hand testosterongesteuert und „heldenhaft“ für eine Frau kämpfen und den Stammeshäuptling töten wollen, weil dieser die Frau gerade wegen eines Vergehens zur Rechenschaft zieht. Merkwürdig, zu welchen blamablen und für das eigene Ansehen schädlichen Handlungen verdiente Menschen fähig sein können. Wie wäre es denn einmal mit „für fünf Pfennig“ Anstand und Seriosität?

Siehe auch:
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – Hintergrundinformationen zum Verfahren zur Überprüfung der Promotion von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Annette Schavan
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – Briefe an Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker und Prof. Dr. Kurt Biedenkopf
Erbloggtes – Düsseldorfer Rektor Piper antwortet Biedenkopf und Winnacker
Causa Schavan – Mobilmachung der Springteufelchen: Schavans Amtsverständnis in eigener Sache
the hobo and the gypsy – Es fehlt noch eine Hexenjagd auf Schavan
Rück(en)tritte
Plagiat und Völkermord
Das unwürdige Spiel der Schavanisten
the hobo and the gypsy – Die Nazi-Uni Düsseldorf

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