Der Weltuntergang nervt. Echt jetzt. Nicht nur die GWUP. Nicht nur die rd. 200 Einwohner von Bugarach, einem Ort in der französischen Region Languedoc-Roussillon. Nein, auch mich nervt der anhaltende Schwachsinn langsam. Obwohl ich mich damit eigentlich gar nicht beschäftigen wollte, habe ich schon viel zu häufig darüber geschrieben und in meinem Umfeld viel zu häufig darüber gesprochen. Aber es ist nicht mehr lange hin bis zum 21.12.2012, dem ominösen Weltuntergangsdatum, und dann hört der Quatsch endlich auf. Doch die Suchanfragen werden bis dahin weiter steigen. Insofern komme ich also nicht umhin, wenigstens einigen der anscheinend ängstlichen Internetnutzer die Angst vor dem Weltuntergangsquatsch zu nehmen.

Angeblich haben die Maya (nicht die Biene) den Weltuntergang vorausgesagt – was sie in Wirklichkeit nie gemacht haben. Das konnten sie auch nicht, denn es ist nun mal nicht möglich, in die Zukunft zu schauen –  nein, gar nicht – wirklich nicht – also überhaupt nicht. Nicht mit Engeln, nicht mit Visionen, nicht mit Göttern, nicht mit Astrologie und auch nicht mit solchen Spinnern wie Nostradamus – es ist alles nichts weiter als traditioneller zusammenfantasierter Schwachsinn, der keinen anderen Grund hat als andere Menschen zu ängstigen, mit deren Angst Geld zu verdienen oder sich als Zukunftsseher oder Kaffeesatzleser als angeblich spirituell oder geistig erhöhter Guru von diesen verängstigten Menschen feiern zu lassen. Sozusagen Gruselgeschichten für Leichtgläubige. Mehr Sinn hat das alles nicht, mehr Sinn macht das alles nicht.

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Nibiru mal eben woanders entlang geflogen? – gemeinfrei

Durch das Herannahen des Untergangsdatums kommen alle Weltuntergangsvorhersager inzwischen in schwere Erklärungsnot, denn die tollen Geschichten um den Planeten Nibiru lösen sich erwartungsgemäß inzwischen alle in Luft auf. Der weigert sich nämlich beharrlich zu erscheinen. Er müsste schon längst am Himmel zu sehen sein, inzwischen sogar mit blossem Auge –  wenn er denn noch an diesem Datum auf die Erde treffen soll. Wo ist denn nun die babylonische Gottheit Nibiru mit ihrem Planeten? Hat sie sich vielleicht verflogen? Oder war es der geneigten debilen Gottheit nicht möglich, die Bahn zu halten? Sozusagen gravitative Inkontinenz? Ja wo isse denn?

Nirgends! Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen – am 21.12.2012 und am darauffolgenden Tag wird nichts weiter passieren, als das einige noch schnell zum Einkaufszentrum rennen, um vergessene Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Kein Nibiru, kein Weltuntergang, kein Polsprung, kein Bewusstseinssprung, keine Außerirdischen – nichts dergleichen, absolut nichts – nicht einmal großartige Sonnenstürme, die werden nämlich erst im Mai 2013 erwartet.

Allerdings sollten sich unsere Kinder und Enkelkinder schwere Sorgen machen. Nämlich über ihre verrückten Vorfahren, die an zahlreiche Weltuntergänge und anderen merkwürdigen Humbug glauben. O tempora, o mores!

Und für diejenigen, welche die Angst einfach nicht loswerden und sich deshalb doch noch einmal genauer über den nichtstattfindenden Weltuntergang informieren wollen, sei wie immer Florian Freistetters FAQ empfohlen:

Weltuntergang 2012: Fragen und Antworten

Siehe auch:
Weltuntergang 21.12.2012 – geliebter primitiver Aberglaube
Polsprung, Weltuntergang oder Bewusstseinssprung, oder was?
Kein Weltuntergang am 21.12.2012 – cool bleiben!
Sinnlose Astrologie, Nostradamus und ein wenig evolutionäres Gehirn
Liebe Mitverschwörer…
Jede Menge Weltuntergänge
Der ganz normale Wahnsinn – Aberglaube im Umfeld
Weltuntergänge – das Spiel mit der Unwissenheit