Heute gibt es kein informatives „Wissenschafts-Quickie“, wie einer meiner Leser meine Beiträge einmal netterweise genannt hat. Auch wenn eine solche Bezeichnung gut gemeint war, ist sie jedoch zuviel der Ehre, denn ich bin trotz meines Interesses an zahlreichen Themen nur ein Laie, der die gewonnenen Erkenntnisse recherchiert, in einem Blog verarbeitet (damit ich sie im Kopf und Blog behalte) und so an den ebenso interessierten Nächsten weitergebe. Vielleicht findet sich ja der eine oder andere Leser, der aus dem Geschriebenen seinen Nutzen ziehen kann.

Heute jedoch kann ich mit meinen Lesern ein kleines Jubiläum feiern, denn dies ist mein 200. Artikel. Zugegebenermaßen hätte ich nie gedacht, dass ich so viele Artikel in so kurzer Zeit zustande bringen würde. Als ich das Blog einrichtete dachte ich zuerst, ich würde die ersten vier Wochen nur ein bis zwei Artikel schreiben können und mangels Einfälle ansonsten lediglich  ein paar Fotografien veröffentlichen, die sich so im Laufe der Jahre bei mir angesammelt hatten.
Doch beim Schreiben kamen immer wieder neue Ideen, denn ich wollte endlich einmal konkret dem Unsinn der Esoterik, den merkwürdigen alternativen Heilmethoden und den zahlreichen Verschwörungstheorien widersprechen. Andere Dinge wie das Hinterfragen religiöse Widersprüche ergaben sich von selbst. In den letzten Jahren erschien mir der zunehmende Unsinn mehr und mehr suspekt, weil das meiste davon dem wissenschaftlichen Konsens widersprachen und bis heute widersprechen. Letztendlich jedoch ausschlaggebend für angebrachte Zweifel war die vermehrt auftauchende völlig inkonsistente und teilweise nicht einmal vorhandene Logik, die hinter all den ganzen merkwürdigen Heils- und Verschwörungstheorien stehen sowie die häufig anzutreffende konkrete Weigerung der Gesprächsteilnehmer, ab einem bestimmten Punkt des hartnäckigen Hinterfragens einwandfrei sachlich und logisch zu argumentieren.

Dabei musste ich feststellen, dass viele Menschen vermehrt dazu neigen, real überprüfbare Fakten schlichtweg wegzuleugnen. Diese unglaublich häufig vorkommende und merkwürdige Intoleranz gegen falsifizierbare Wissenschaftsergebnisse mit allen Mitteln der zitierenden Sprücheklopferei sowie kruden und völlig abwegigen Funktionskonstruktionen gehört für mich zu den eher unerklärlichen Vorgängen innerhalb der Psyche eines Menschen. Es ist wohl immer noch der Preis fehlender Aufklärung sowie eine Hinterlassenschaft der altpreussischen Tugend des unkritischen Denkens, und ich frage mich, wieso die Bürger ihre Mündigkeit so sehr geringschätzen und jeden Blödsinn glauben, der ihnen von diversen Quacksalbern oder Seelenfängern serviert wird.
Ebenso unerklärlich empfinde ich die damit häufig verbundene Arroganz der vorwiegend esoterischen Huschi-Fuschi-Freunde in ihrer Annahme, die eigene Wahrnehmung sei untrüglicher und unbetrügbarer als die der Horden falsifizierender Wissenschaftler mit veröffentlichten Studien und Peer-Reviews. Die für jeden und jederzeit nachvollziehbare Ergebnisse der Wissenschaft werden nicht nur angezweifelt, sondern auch dann einfach weggeleugnet, wenn sich gleichzeitig der Geräte bedient wird, die auf diesen geleugneten Grundlagen funktionieren – wie etwa bei Relativitätstheorie und Navigatoren. Das führt auch oft zu einer Diskreditierung kompletter gut fundierter Wissenschaftsbereiche, wenn sie nicht in die merkwürdigen Theorien esoterischer oder religiöser Vorgaben passen. Und das zumeist von Menschen, die weder einen einzigen Versuchsaufbau selbst initiiert noch ein Versuchslabor je von innen gesehen haben.

Das  ist einer der Gründe, warum ich zunehmend meine soziale Umgebung äußerst kritisch betrachte. Diese Betrachtungsweise hat jedoch erhebliche Konsequenzen für die mir bekannten Mitmenschen mit seltsamen Vorstellungen. Auch wenn jeder das Recht auf eine völlig idiotische und verquere Denkweise hat und ich die ihm auch zuspreche, widerspreche ich jedoch inzwischen gnadenlos, wenn mir jemand von der Wirkung mancher Huschi-Fuschi-Mittelchen oder anderen Widersprüchlichkeiten erzählen will. Ich lasse ihm bewusst nur die Möglichkeiten, entweder logisch und konsistent zu argumentieren, mich damit in Ruhe zu lassen oder rigorosen Widerspruch zu erfahren. Denn eines ist klar: bis zum heutigen Tag hat es neben dem Placebo-Effekt kein einziges gutes Argument gegeben, weshalb esoterischer Krempel oder spiritueller Firlefanz gleich welcher Art überhaupt funktionieren soll.

gemeinfreie Placebos

Eigentlich hatte ich demzufolge eher erwartet, dass man mich zunehmend in Ruhe läßt, jedoch das Gegenteil ist vermehrt der Fall. Anscheinend sät der gnadenlose Widerspruch gegen den esoterischen Unsinn auch hier und da genügend Zweifel, so dass die Gesprächspartner manchmal schwer ins Grübeln kommen und aus ihrer versponnenen Esoterik-Lethargie aufwachen. Ob das auch durch das Schreiben eines Blogs funktioniert entzieht sich im Allgemeinen der Überprüfbarkeit, es ist aber in jedem Fall den Versuch wert.

Neben diesem Hauptthema interessieren mich natürlich ebenso viele andere Bereiche. Eines meiner Steckenpferde sind psychologische Unebenheiten, über die ich hin und wieder schreibe. Auch Dokus oder Artikel über Neuentdeckungen bei Astronomie und Raumfahrt werden gerne von mir mit Interesse verarbeitet. Und mit der Paläontologie – aus der letztendlich mein Interesse  für die frühmenschliche Entwicklung resultiert – habe ich mich auch soweit anfreunden können, dass mich das Thema nicht mehr losläßt (er ist schuld;-)). Und nicht zuletzt sehe ich mich auch ein wenig als Kämpfer für eine Meinungsfreiheit, die weder durch spitzfindige Argumentation noch durch verletztes Gefühlsgejammer ausgehebelt werden darf.

Bis jetzt habe ich jeden Tag mindestens einen Artikel veröffentlicht, um zum Einen dem geneigten Leser eine gewisse Zuverlässigkeit zu bieten, zum Anderen auch um das Blog mit Material zu füllen. Als ich das Blog einrichtete, hatte ich mich vorher umgeschaut und zahlreiche Blogs entdeckt, deren Autoren nach einer geringen Anzahl an Artikeln das Schreiben wohl eingestellt hatten. Ein solch dünn gefülltes Blog wollte ich in jedem Falle nicht hinterlassen, falls mir die Ideen ausgehen.

Deshalb weiss ich nicht, ob ich auch zukünftig täglich einen Artikel veröffentlichen kann, denn inzwischen wird es auch thematisch zunehmend enger. Andererseits ist es aber auch von Vorteil, wenn ich regelmäßig etwas einstelle, denn ich lerne durch die Recherche enorm dazu. Insofern habe ich seit der Eröffnung des Blogs im Mai viel gelernt und viele Erkenntnisse gesammelt, die ich nicht missen möchte.

Wie dem auch sei: jedenfalls möchte ich an dieser Stelle an meine inzwischen mehr gewordenen und hoffentlich treuen Leser ein herzliches Dankeschön richten, und ich hoffe, dass jeder etwas interessantes gefunden hat und auch zukünftig weiterhin finden wird. Und ebenso hoffe ich, dass jeder etwas für sich hat mitnehmen können bzw. weiterhin mitnehmen wird. Danke!