Seit einiger Zeit ist unsere Sonne wieder aktiver geworden, und mit den erhöhten Sonnenaktivitäten steigen auch wieder die Gefahren für elektrische Einrichtungen, Satelliten und den Flugverkehr. Das sollte man aber nicht überbewerten; die betroffenen Einrichtungen sind auf solche Gefahren vorbereitet und treffen entsprechende Vorkehrungen. Satelliten werden vor dem Eintreffen stärkerer Sonnenwinde abgeschaltet um Schäden zu minimieren, und Flugzeuge fliegen wegen möglicher Funkausfälle andere Routen, bei denen sie auf Frequenzen senden können, die weniger von Sonnenwinden betroffen sind. Doch was passiert da eigentlich auf der Sonne?

Größenvergleich (Fotomontage)
Erde kaum zu sehen, Wiki gemeinfrei

Unser Zentralstern ist aus unserer Sicht gesehen gewaltig (siehe Bild rechts) und ein heißer Gasplanet. Bei einem Umfang von 4,4 Mio Kilometer würde unsere Erde (Umfang ca. 40.000 km) rd. 1,3 Millionen Mal hinein passen. Die Oberfläche der Sonne hat eine Temperatur von etwa 6000°C  oder 5778 K(elvin). Im Kern der Sonne wird Wasserstoff durch Kernfusion in Helium verwandelt. Dort herrscht eine Temperatur von rd. 15,6 Mio°C.  Durch verschiedene Turbulenzen des heißen Gases und den ständigen Änderungen des Sonnenmagnetfeldes entstehen in der aktiven Zeit auf der Oberfläche häufig Eruptionen, unregelmäßige Gas- und Strahlungsausbrüche (Flares), vereinzelte Sonnenstürme sowie riesigen Gasfontänen (Protuberanzen).

Große Sonneneruptionen oder koronale Massenauswürfe sind denn auch für die Sonnenstürme verantwortlich, die – falls sie wie jetzt in Richtung Erde ausgestoßen wurden – durch die Entfernung einige Zeit brauchen, bis sie auf der Erde eintreffen. Die Erde ist rund 150 Mio. km von der Sonne entfernt. Der Sturm hat eine mittlere Geschwindigkeit von etwa 1400km/sek. und besteht aus elektrisch geladenen Teilchen, welche beim Auftreffen auf das Erdmagnetfeld dieses eine bestimmte Zeit lang schwächen und in den Polargebieten die berühmten Polarlichter erzeugen.
Grund zur Sorge gibt es jedoch so gut wie keine. Die meisten Sonnenstürme gehen entweder an der Erde vorbei oder fast spurlos an uns verüber, und ausgenommen schöner Polarlichter merken wir zumeist nichts von den Teilchenschauern.
Und für diejenigen, die jetzt dennoch Angst vor den vielen Katastrophen haben, welche vermeintlich durch die Sonnenstürme entstehen könnten, zitiere ich aus Florian Freistetters Blog Astrodicticum Simplex : „Das letzte Maximum der Sonnenaktivität fand im Jahr 2000 statt. Erinnert ihr euch noch an die vielen großen und gewaltigen Katastrophen, die die Sonnenstürme damals verursacht haben? Nein? Eben!“

Schöne anzusehende Sonneneruptionen vom 17. Mai diesen Jahres in Zeitraffer:

Direktlink zum Youtube-Video

Quellen:
Wikipedia: Sonne und verschiedene Verlinkungen
Astrodicticum Simplex – Sonnensturm voraus! Die Sonne ist wieder aktiv
jeweils abgerufen am 14. Juli 2012