Heute ist es wieder soweit. Zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr fällt der dreizehnte Tag in einem Monat auf einen Freitag. Das gilt als Unglückstag, doch dieser Aberglaube gehört zu den typischen intellektuellen Umweltverschmutzungen wie Mondkalender und Horoskope. Aber dennoch ist es interessant danach zu fragen, warum ein solcher Volksaberglaube in der Gesellschaft soweit gefürchtet wird, dass sogar manche Hochhäuser oder Hotels keinen dreizehnten Stock oder dreizehntes Zimmer haben, manche Passagierflugzeuge keine 13te Reihe und es häufig in Restaurants keine Tische mit der Nummer 13 gibt.

Doch wie das immer so ist – ein als uralt angenommener Volksaberglaube mit langer Tradition ist dieser angebliche Pechtag gar nicht. Der Aberglaube entwickelte sich erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Freitag der 13. als Unglückstag war vor dem zweiten Weltkrieg nahezu unbekannt. Dennoch begann der Startschuss für die Unglückslegende bereits im Jahre 1907. Die wesentlichen Ereignisse, die den Unglückstag populär machten waren folgende:

  • Der US-Amerikaner Thomas William Lawson schrieb 1907 Jahr den Börsenroman Friday the 13th. Dieser erscheint in Deutschland noch im selben Jahr mit dem Titel Freitag der 13.  Lawson kann damit als Erfinder des Unglückstages angesehen werden.
  • 1916 wurde in Deutschland der Film Freitag der 13. des Regisseurs Richard Oswald aufgeführt. Der Film handelt von einer Familie, deren Mitglieder jeweils an einem solchen Tag sterben.
  • Im 2. Weltkrieg wurde 1944 in deutschen Kinos zur Aufheiterung des schwer kriegsgebeutelten Volkes die Komödie Freitag der 13. des Regisseurs Erich Engels aufgeführt.

Gerade das letzte Kino-Ereignis hat den Aberglauben an den Unglückstag weiter geschürt. Die auch nach dem Krieg immer wiederkehrende Meldung, der Unglückstag sei schon sehr alt, beruht vorwiegend auf Falschmeldungen in den Nachkriegsmedien. Dieser Trend scheint bis heute ungebrochen.
Übrigens hat die Zurich Versicherung ihre Schadensstatistik überprüft und festgestellt, dass an den drei Freitagen im Jahre 2009 , die auf einen dreizehnten des Monats fielen, sogar durchschnittlich weniger Schäden verzeichnet wurden als an den übrigen Tagen.

Dass Flugunternehmen, Hotelbesitzer und Restaurants manchmal zum Teil oder ganz auf die Nummer 13 verzichten, liegt alleine in der Angst vor Profitverlusten aufgrund ihrer tatsächlich zahlreichen abergläubischen Gäste. Vor allem die US-Amerikaner scheinen dafür recht anfällig zu sein.

Auch wenn Freitag der 13.  in dieselbe Kategorie „Märchen für Erwachsene“ wie schwarze Katzen von links, verschüttetes Salz oder zerbrochenes Spiegelglas gehört, gibt es hier noch ein paar Tipps für unverbesserliche Abergläubische:

  • Nehmen Sie am Abend einen Hahn mit in´s Bett und lassen Sie sich früh von ihm wecken – das vertreibt böse Geister.  (Nein, Frühstückseier gibt es keine – es ist ein Hahn!)
  • Zerschlagen Sie nachts um 0:00 Uhr ihr gesamtes Porzellan; das soll blöde böse Gespenster verjagen und kurbelt die Porzellan-Industrie an.
  • Rufen Sie ihren Schornsteinfeger am Abend vorher an und bitten Sie ihn, er möge Nachts um 0:00 Uhr durch einen Schornstein klettern und dann völlig verrußt an ihrer Haustür klingeln, damit sie ihn berühren können. Das soll Glück für den ganzen Tag bringen. Falls er fragt, ob Sie noch alle Tassen im Schrank haben, sagen Sie ihm, die hätten Sie alle schon beim letzten Unglückstag zerschlagen.

Wenn Ihnen bis heute Nacht 0:00 Uhr nichts passiert ist, dann haben Sie von diesem Tag nichts mehr zu befürchten. Es ist der letzte Freitag in diesem Jahr, der auf einen dreizehnten fällt. Allerdings hat dann gerade die Geisterstunde begonnen…

Und für alle Ungläubigen: kümmern Sie sich nicht drum…

Quellen:
GWUP – Freitag der 13. und die GWUP-Themenseite “Aberglaube”
GWUP – Thema Aberglaube
Wikipedia – Freitag, der 13.