Jedes Jahr kommen sie wieder: riesige Raubvögel in den USA mit 30m Länge, die angeblich sogar Großvieh ergreifen und in ihren Horst schleppen (eine Kuh im Nest sozusagen), Panther, welche halb Deutschland und die Schweiz in Angst und Schrecken versetzen, Löwen, die in Greifswald ihren Morgenspaziergang machen und neuerdings auch ein Krokodil in einem Badesee bei Regensburg, nachdem im letzten Jahr angeblich ein gleiches Reptil im Rhein gesichtet wurde.

Diese als moderne Märchen immer wiederkehrenden Schauergeschichten über plötzlich auftauchende Raubtiere und Reptilien sind ein weitverbreitetes und altes Phänomen; was früher die Drachen- und Ungeheuergeschichten waren, ist heutzutage nichts weiter als die allmähliche Bestückung eines Sommerloch-Zoos, dessen Ursprung in der modernen Zeit wahrscheinlich in dem Ungeheuer von Loch Ness liegt. Dem wurde zuletzt tatsächlich noch nahezu ernsthaft den Status eines übriggebliebenen Dinosauriers (Plesiosaurus), zugestanden.
Gefunden wurde bisher keines der Tiere – was eher nicht verwundert. Moderne Märchen sind eben nur zum Gruseln und als Zeitungsente in umsatzschwachen Zeiten immer gut für sommerlochgebeutelte Medien.
Ich bin jetzt schon gespannt, welches Tier im nächstes Jahr im Blätterwald sein Unwesen treibt. Eigentlich wird der Zoo langweilig, wie wäre es mal wieder mit Außerirdische?

Übrigens: in der Schweiz gibt es schon lange Krokodile in freier Natur. Vor denen fürchtet sich niemand, und anders sehen die dort auch aus

Weitere Information über das zur Freude der Medien im Badesee tummelnde Krokodil findet sich bei der

GWUP – Sommerloch-Krokodil in Badesee bei Regensburg