Trolle fand man früher äußerst selten und nur vereinzelt im Wald, zumeist auch nur dann, wenn man an sie glaubte. Ansonsten ließen sie sich nicht blicken und taugten nur dazu, kleine Kinder zu erschrecken. Heute erscheinen sie massenhaft, zumeist in Foren oder in Kommentarspalten diverser Blogs, ganz besonders gerne in den von Wissenschaftlern betriebenen Seiten, um dort ganze Bevölkerungsgruppen mit ihrem plötzlichen Auftreten zu erschrecken.
Trolle  sind äußerlich inzwischen völlig unscheinbar und man erkennt sie nicht gleich auf den ersten Blick. Sie tragen die gleiche Kleidung und haben die gleiche durchschnittliche Körpergröße wie Menschen. Und das Schlimmste: sie haben einen Internet-Anschluß – und sie sind überall!

Jetzt reicht´s!„, wird sich der Wissenschaftler Martin B. aus B. in einem bestimmten Moment gedacht haben, als er den einen oder anderen wieder und wieder in dicker und leider nicht letzter Tinte geschriebenen Kommentar las, der alles infrage stellte, wofür er jahrelang geschrieben hatte. Immer und immer wieder gingen die schönsten und anregendsten Diskussionen in einem Wust von sinnlosen Kommentaren unter, in denen weder Argumente noch Umgangsformen gepflegt wurden. Ja, schlimmer noch, in denen wüst beschimpft und beleidigt wurde, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass das eigentliche Thema damit nun rein gar nichts tun hatte. „Es reicht wirklich“, schoß es ihm durch den Kopf und er öffnete ein neues Textfenster. Kurz schaute Martin B. verärgert aus dem Fenster und begann das Vorwort zu schreiben:

Bei Diskussionen im Internet geht es nicht um Argumente und Inhalte. (…)

Martin B. tippte weiter, und mit zunehmender Länge des Artikels hellte sich seine Miene zusehends auf.  Mehr und mehr trollige Verhaltensweisen fielen ihm nach und nach ein, und mit jedem weiteren Absatz, in denen er genau das Verhalten der Trolle in bestimmten Situationen beschrieb, konnte er sich das Lachen immer weniger verkneifen. Am Ende des Artikels saß er mit diebischer Freude im Gesicht vor seinem Rechner und lehnte sich zufrieden zurück. Dann veröffentlichte er genüßlich den Text mit dem Titel:

Das kleine Troll-Handbuch

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Die Geschichte um Martin B. ist selbstverständlich völlig frei erfunden, das kleine und äußerst lesenswerte Troll-Handbuch jedoch nicht! Das Zitat stammt demzufolge aus diesem (Das kleine Troll-Handbuch, abgerufen am 3.Juli 2012).