In der Kindheit mussten wir noch ein kurzes und völlig unsinniges Gedicht lernen, nämlich das von dem Wald und den Bäumen, in dem es hieß, dass man die Weiden meiden, den Eichen weichen und die Buchen suchen soll – und zwar bei Gewitter. Glücklicherweise wohnte ich damals noch in einer Großstadt, in der die Häuser zumeist höher als die Bäume waren und wir nicht in die Verlegenheit kamen, diesen Unsinn auszuprobieren. Außerdem gab es immer genug Hauseingänge oder andere Unterstellmöglichkeiten, in denen man bei Regen oder Gewitter Schutz suchen konnte.

Die mit einigen 10 Millionen Volt und bis zu 300.000 Ampere starken Blitze nehmen keine Rücksicht darauf, wo sie einschlagen wollen; sie suchen sich immer den vorionisierten leitfähigsten Weg, und der kann eben auch eine vom Regen durchnässte Buche, ein Telegraphen- oder Strommast oder gar ein Hausdach sein. Funk- und Kirchtürme sind durchaus beliebte Ziele von Blitzentladungen, und in der freien Natur muss oft ein Baum daran glauben. Warum gerade Buchen als blitzresistent angesehen wurden lag wohl eher daran, dass bei Buchen häufig der Blitzeinschlag nicht zu sehen war; erst ein zweiter kräftiger Blitz zerstörte den Baum soweit, dass es sichtbar wird.
Mit welch hohen Energien sich Blitze entladen sieht man deutlich in den zwei Kurzvideos. Die Einschläge sind so kurz, dass man sie erst wahrnimmt, wenn sie schon wieder vorbei sind. Die Zeitlupe jedoch macht ihre ganze Gewalt sichtbar.

Warum man sich bei Gewitter niemals im Freien aufhalten sollte (das schont im günstigsten Fall die Nerven):

Direktlink zum Video auf Youtube

Und warum man sich bei Gewitter niemals, aber auch wirklich niemals unter einen Baum stellen sollte (das schont in jedem Falle das Leben):

Direktlink zum Video auf Youtube