Alte Bäume haben etwas Erhabenes. Man fühlt sich unter ihrem Blätterwerk beschützt (solange kein Gewitter in der Nähe ist). Vor allem dann, wenn der Blick nach oben in Richtung Krone schweift. Dort erblickt man eine Vielzahl von Ästen, und manche dieser altehrwürdigen und teilvermoosten Äste scheinen so dick zu sein wie der Stamm selbst.
Dass dieser am Waldrand einsam stehende Weidenbaum in dieser Pracht gedeihen konnte, hat er dem Grundstücksbesitzer zu verdanken. Der nämlich hatte vor langer Zeit dem seit Jahren von Käfer befallenen und regelmäßig kahlgefressenen Baum eine Vielzahl von Vogelhäuschen „zur Seite gehängt“ mit der Hoffnung, dass zahlreich brütende Vögel mit dem Nahrungsangebot zufrieden seien.

Die Rechnung ging auf, der Baum erholte sich wieder, die Käfer verschwanden. Seitdem hat man den Eindruck, dass der Baum vor Freude kreuz und quer wächst. Vielleicht deshalb wirkt sein Innerstes trotz des chaotischen Wuchses schön und beschützend.

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