W. H. Schüßler (gemeinfrei)

Bei den Skeptikern der GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, ist ein Videoausschnitt aus eine der Folgen der SWR-Sendung odysso veröffentlicht, in der aufgezeigt wird, wie mit Hilfe eines “Scharlatan-O-Meter”-Checks die Schüßler-Salze und anderes als Quacksalberei entlarvt werden können. In dem Beitrag mit einer Länge von sechseinhalb Minuten wird mit drei einfachen Fragen das Gebilde der merkwürdigen Salz-Theorie auf den Prüfstand gestellt. Wie nicht anders zu erwarten gibt es bei der von Wilhelm Heinrich Schüßler 1873 erstellten Salz-Theorien Vollausschlag auf dem Scharlatan-O-Meter.

Übrigens hatte Schüßler seine wirkungslosen Salze 1878 in seinem Buch „Eine Abgekürzte Therapie“ womöglich wider besseren Wissens in eine Art von ihm neu erfundene Biochemie verpackt und dabei das bereits 20 Jahre vorher erschienene „Compendium der Biochemie“ von Vinzenz Kletzinsky (1826–1882) ignoriert. Schüßler war lediglich als homöopathischer Arzt zugelassen worden, überwarf sich dann aber mit dem „Deutschen Zentralverein Homöopathischer Ärzte“, dem er 1861 begetreten war. Er trat 1876 aus, weil die dort „tonangebenden Herren meine Therapie nicht als eine homöopathische anerkennen wollen.“ Das ist gleich aus zwei Gründen urkomisch. Zum Einen nämlich warfen in diesem Fall homöopathische Ärzte mit wirkungslosen Mitteln einem anderen homöopathischen Arzt mit wirkungslosen Mitteln Wirkungslosigkeit vor. Zum Anderen beharrte Schüßler in seinem Buch wohl aus dem Grunde seiner Nichtanerkennung durch den Zentralverein darauf, dass seine Schüßler-Salze keine homöopathischen Mittel (mehr) sind, sondern urplötzlich „physiologisch-biochemisch“ wirken sollten.

Schüßlers Thesen widersprachen zudem auch noch den damals bereits allgemein gültigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Funktionsweise von Organismen und die Entstehung von Krankheiten, denn bereits 1761 hatte der italienische Forscher Giovanni Battista Morgagni seinem fünfbändiges Werk De sedibus et causis morborum (Vom Sitz und den Ursachen der Krankheiten) herausgegeben. Dieses Werk wird bis heute als Grundbaustein der wissenschaftlichen Pathologie angesehen.

1932 wurde auf dem Gelände eines pharmazeutischen Unternehmens eine Büste von Schüßler eingeweiht, die später auf ein Weingut umgesetzt und schliesslich 1945 in einen Teich versenkt wurde. Leider hat man nicht nur die Büste 2007, sondern vorher schon seine nutzlosen Schüßler-Salze wieder ausgegraben.

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GWUP-Blog mit dem sechseinhalbminütigen Beitrag

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