Mauer verdünnt: Murus Berlinensis
Absurdes in homöopathischen Fläschchen
Quelle Wikimedia gemeinfrei

Es ist schon viel darüber  geschrieben worden, warum homöopathische Mittel lediglich Placebo-Effekte erzeugen und ansonsten keine weitere Wirkung haben. Das Geschrei der Homöopathen mit hanebüchenen Begründungen zur Wirkungsweise ist aber nach wie vor laut. Und viele sind sich sicher, dass es funktioniert – zu 100% natürlich. Umso erstaunlicher ist es, warum von den Homöopathiegläubigen niemand daran interessiert ist, mal eben 1,1 Mio. Dollar in Empfang zu nehmen. Die Schecks liegen bereit, man braucht nur zuzugreifen.

Was kann man mit 1,1 Mio. Dollar alles machen? In Euro umgerechnet wären das derzeit rd. 880.000 EUR. Da hätte man erst einmal ein wenig Spaß, ein Haus, ein Auto, eine Yacht, dicke Steaks … ok, lassen wir das Träumen. Warum also greift niemand zu?

Der Alternativmedizinprofessor Edzard Ernst hatte zuerst 10.000 Pfund, dann später zusammen mit Simon Singh 100.000 US-Dollar Preisgeld ausgesetzt für denjenigen, der die Wirkung homöopathischer Mittel nachweist.
James Randi, Mitglied der Skeptiker in den USA, hat zum Nachweis parawissenschaftlicher Fähigkeiten (wozu die Homöopathie ebenso gehört) ein Preisgeld i.H.v. 1.000.000 Dollar ausgesetzt. Hier ein Überblick über alle Preisgelder, die wegen solcher Nachweise ausgelobt wurden. Bisher jedoch liegt das Preisgeld noch herum – niemand hat es bis heute in Empfang nehmen können.

Der Quacksalber
Harmen Hals
Quelle Wikimedia gemeinfrei

Dabei ist es doch ganz einfach; der Homöopath muss nur das nachweisen, was er mit seinen Mitteln an Heilung verspricht. Wenn er zu diesem in höherem Maße in der Lage ist als ein vergleichbares Placebo, dann kann er sich das Preisgeld auszahlen lassen. Selbstverständlich muss die Versuchsanordnung wissenschaftlichen und reproduzierbaren Standards genügen, dass heisst es muss mindestens über doppelt verblindete Studien nachgewiesen werden. Nicht mehr und nicht weniger.
Tja, und da ist der Haken an der Sache. Homöopathen können keine Beweise vorlegen, allenfalls lustige Anekdoten. Sie können keine Wirkung nachweisen und versagen kläglich an wissenschaftlichen Standards. Und das Schlimmste ist, dass viele das auch wissen. Denn auch an dem tiefgläubigsten Homöopathen wird nicht vorüber gegangen sein, dass etwa 150 Studien in der langjährigen Geschichte der Homöopathie keine signifikanten Heilwirkungen gezeigt haben. Und viele wissen genau, dass jede weitere Studie zum gleichen Ergebnis kommen wird. So wird das Geld wohl dem Zugriff der Homöopathen entzogen bleiben.

James Randi wurde vor kurzem auf dem 6. Welt-Skeptiker-Kongress in Berlin gefragt, ob er denn glaube, dass die Million irgendwann jemand bekommen könnte.  Seine knappe Antwort war „No“.

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