Ok, werden nun einige fragen, kann man sich denn auch nicht an die Naturgesetze halten?
Nein, das geht natürlich nicht. Es ist unmöglich.
Ok, werden sie wieder sagen, und warum schreibst Du das dann in Dein Blog?
Nun ja, eigentlich deshalb, weil es viele Menschen gibt, die – ohne sich Gedanken darüber zu machen – von der Aufhebung der Naturgesetze erzählen. Sie erklären bestimmte Vorgänge mit unentdeckten und zumeist naturgesetzwidersprechenden Regeln, suchen Erklärungen für bestimmte angeblich unerklärliche Vorgänge in tollen geheimnisumwitterten Versprechungen, plappern Unsinn von den zahlreich vorhandenen Scharlatanen nach und wiederholen den Unsinn in den blumigsten Sprachwolken. Letztendlich jedoch erklären sich naturgesetzignorierende Personen alles mit Hilfe der eigenen gefilterten (selektiven) Wahrnehmung.

Da wären zuerst die Homöopathen mit dem lustigen Wassergedächtnis. Klar, Wasser hat sogar ein Gedächtnis! Das hält immerhin ca. 50 Femtosekunden lang (das ist eine 50 billiardstel Sekunde). Danach trennt sich die Wasserstoffbrückenbindung zwischen zwei Wasserstoffmolekülen wieder und beide „suchen“ sich neue „Partner“. Also doch nichts mit Wassergedächtnis. Nach der 50 billiardstel Sekunde ist alles vorbei.
Noch schlimmer: homöopathische Mittel beinhalten in höheren Potenzen keinerlei Moleküle des vermeintlichen Wirkstoffes. Potenzen werden da angegeben, die verdünnter sind als das gesamte Universum Atome hat.
Es ist wie mit einem nicht vorhandenen Gewehr, dass ich imaginär in der Hand halte. Ich denke mir: „Peng!“ und der anvisierte Hase fällt tot um. Funktioniert doch hervorragend, oder? Hasenbraten forever! Naturgesetze? Fehlanzeige!
Ganz schlimm wird es dann, wenn Homöopathen die Wirkung mit geheimen Energien erklären wollen. Für solche Fälle empfehle ich  das Nachlesen im Physikbuch. Wenn eine Energie vorhanden ist, dann kann man sie auch messen. Alles andere ist Quatsch und widerspricht den Naturgesetzen.

Auch keine Befreiung von den Naturgesetzen und real schon längst aufgeschlagen: schwebende Engel
Quelle: wikimedia gemeinfrei

Als nächstes wären da die Wünschelrutengänger; sie spüren Erd- oder Wasserstrahlen, Wasseradern oder Brunnen auf, manchmal auch im Auftrag abergläubischer städtischer Verwaltungen. Ein wenig Allgemeinbildung würde hier durchaus nicht schaden. Denn weder hat je irgend jemand eine solche Strahlung gemessen noch gibt es Wasseradern – fragen Sie vertrauensvoll Ihren Geologen.
Grundwasser bewegt sich breitflächig, und selbst im Felsgestein gibt es bis auf wenige Wasserkanäle (meistens Höhlen oder Höhlensysteme) ausschliesslich breitflächig fliessendes Wasser. Der Wünschelrutengänger findet also was? Genaugenommen nur einen Leichtgläubigen, der ihn für den Quatsch bezahlt, ansonsten grundsätzlich nichts.

Wünschelrutengänger
Wikimedia gemeinfrei

Dass Wünschelrutengänger in Deutschland fast immer Wasser finden, ist kein Wunder. Zum Einen kann man an der Vegetation leicht Stellen erkennen, an denen Grundwasser besonders reichlich vorhanden ist, zum Anderen ist in der Nähe von  Siedlungen auch zumeist ein Fluss oder Bach. Siedlungen haben sich früher stets in der Nähe von Wasser gebildet. Also findet man dort auch immer breitflächig Grundwasser, und selbst in grundwasserschwachen Gegenden wird immer Wasser gefunden, je nachdem, wie tief man bohrt. Wenn ein Wünschrutengänger einen Brunnen empfiehlt und es wird 23m tief gebohrt um Grundwasser zu erhalten, dann ist das nicht wirklich ein toller Brunnenplatz. Übrigens, es gibt viele Brunnenbohrfirmen, die keinen Wünschelrutengänger beschäftigen. Wie finden die eigentlich Wasser…?

Die GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) hatte 2010 an der Universität Würzburg ein Preisgeld in Höhe von 10.000€ für Wunschelrutengänger ausgesetzt, und zwar für den Nachweis einer Funktion über den statistischen Zufallsdurchschnitt hinaus. Nun, das Ergebnis war vorhersehbar; es gab niemanden, der das Preisgeld in Empfang nehmen konnte. Wen wundert´s. Quatsch bleibt eben Quatsch.

Also nochmals die eindringliche Bitte:

Beide Bilder von Esowatch.com gemeinfrei